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Düsseldorf
Die Geschichte des Kö-Bogens

Kö Bogen Geschichte: Vom Zweiten Weltkrieg bis heute
So sah es 1991 aus: In der Mitte die Hochstraße Tausendfüßler, darunter kreuzt der Autoverkehr zwischen Immermannstraße und Martin-Luther-Platz. FOTO: Elmar Hartmann
Düsseldorf. Der Name des Projekts geht auf einen historischen Stadtgrundriss zurück. Der Bereich wurde oft umgebaut. Von Denisa Richters

Vor dem Zweiten Weltkrieg schlug die Kö an ihrem Nord-Ende einen Bogen zur Hofgartenstraße, entlang historischer Villen. Viele Häuser in der Innenstadt wurden im Krieg durch Luftangriffe zerstört.

Nach 1945 gab es damit die Möglichkeit, parallel zur Kö eine breite Verkehrsachse zu errichten, die Berliner Allee. Umgesetzt wurde das vom Stadtplaner Friedrich Tamms, er ließ auch, den beengten Verhältnissen geschuldet, die Hochstraße Tausendfüßler bauen. Auf dem Jan-Wellem-Platz entstand ein Straßenbahn- und Busknotenpunkt, von der Schadowstraße strömte der Autoverkehr über die Elberfelder Straße auf die Heine-Allee. Alles stand im Zeichen der autogerechten Stadt. So blieb es Jahrzehnte.

Das sind die Entwürfe für den Kö-Bogen II FOTO: Ingenhoven/ Doug and Wolf

1993 Das Großprojekt Kö-Bogen geht auf eine Idee des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven zurück. Mit dem damaligen Stadtdirektor Jörg Bickenbach entwickelt er den Plan, die durch Zweiten Weltkrieg und die in der Nachkriegszeit geschlagenen Schneisen "zerstörte Innenstadt zu reparieren". Dafür soll mit der Bebauung des Jan-Wellem-Platzes der Bogen, den die Kö einst entlang des Hofgartengewässers Landskrone schlug, nachempfunden werden (daher der Name). Der Abriss der Hochstraße Tausendfüßler und eine Neugestaltung der frei werdenden Fläche gehören ebenfalls zum Konzept.

2003 Die Pläne für den Kö-Bogen werden auf der Immobilienmesse in Cannes präsentiert. Danach passiert nichts. Später rückt der damalige OB Joachim Erwin (CDU) von einem langen Autotunnel und dem Abriss des Tausendfüßlers ab.

Historische Bilder vom Tausendfüßler FOTO: Endermann, Andreas

2006 nimmt die Stadt die Planung wieder auf - mit der Trinkaus-Bank als Investor. Der Jan-Wellem-Platz soll bebaut, der Autoverkehr in Tunnel gelegt werden.

2007 Die schwarz-gelbe Mehrheit im Rat stellt sich in zwei Punkten gegen Erwin: Die Autotunnel sollen bis zum Theatermuseum verlängert, die Hochstraße definitiv abgerissen werden. Es folgt ein Grundsatzbeschluss im Stadtrat.

Fotos: Historische Bilder: Großbaustellen in Düsseldorf FOTO: Stadtarchiv Düsseldorf

2008 Ein Bürgerbegehren, das gegen den Verkauf des Jan-Wellem-Platzes gestartet wurde, scheitert wegen zu geringer Beteiligung. Im Ausschreibungsverfahren für die Bebauung des Platzes bleiben nur "die developer" mit einem Entwurf des Architekten Daniel Libeskind. Für Kö-Bogen II wird parallel ein Wettbewerb gestartet. Bedingung ist der Abriss des Tausendfüßlers.

2009 Die Jury entscheidet sich für den Entwurf des Architekten Juan Pablo Molestina und des Landschaftsarchitekten Thomas Fenner. Er sieht vier neue Baufelder am Rand des Gustaf-Gründgens-Platzes vor, ein Hochhaus südlich der Tuchtinsel. In der Form des Tausendfüßlers ist ein begrünter Boulevard geplant, an dessen Anfangs- und Endpunkt je ein Pavillon steht. Auf dem Jan-Wellem-Platz beginnen die Bauarbeiten.

2011 Der Rat fasst den Grundsatzbeschluss für Kö-Bogen II. Der Landeskonservator ist gegen den Abriss des Tausendfüßlers und führt einen Ministerentscheid herbei.

2012 Der Landesminister holt ein Gutachten ein und entscheidet sich im Juni für den Abriss.

2013 Der Tausendfüßler wird abgerissen, der Bau des Tunnels, der ihn ersetzen soll, startet. Im Herbst werden die Libeskind-Bauten eröffnet. Fast zeitgleich beginnt die Debatte um die Randbebauung des Gründgens-Platzes neu. Schließlich entscheidet sich die Politik für einen Entwurf von Ingenhoven. Er sieht einen begrünten Gebäuderiegel an der Schadowstraße bis zur Berliner Allee sowie einen Dreiecksbau mit abgeschrägtem Rasendach vor dem Dreischeibenhaus vor.

Quelle: RP
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