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Koffer-Chaos am Flughafen Düsseldorf
Urlauber mussten ohne Gepäck Reise antreten

Koffer-Chaos am Flughafen Düsseldorf: Urlauber mussten ohne Gepäck Reise antreten
Vollautomatisierte Gepäckbänder bringen die Koffer vom Check-in zur Maschine. Am Samstag fiel so eine Anlage aus. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Weil die Gepäckanlage am Samstag für mehr als zwei Stunden ausfiel, mussten etliche Reisende ohne Koffer fliegen. Eurowings strich sogar ganze Flüge. Auch die langen Schlangen an den Sicherheitskontrollen halten an. Von Thorsten Breitkopf

Etliche Urlauber mussten Düsseldorfs Flughafen am Samstag ohne ihre Koffer verlassen. Der Grund: Die Gepäckanlage hatte ab 10 Uhr einen technischen Defekt, der erst zweieinhalb Stunden später behoben werden konnte, wie ein Sprecher des Flughafens bestätigte. Wie viele Passagiere betroffen waren, konnte er nicht mitteilen. Viele Flugzeuge verließen zwar mit den Passagieren, aber ohne ihr Gepäck Düsseldorf. Es soll in den nächsten Tagen nachgeliefert werden. Für Passagiere ist das insofern besonders ärgerlich, weil in den Sommermonaten vor allem Urlaubs- statt Geschäftsreisende ab Düsseldorf starten. Diese sind am Urlaubsort stärker auf ihre Dinge angewiesen als jemand, der für einige Stunden mit dem Laptop im Handgepäck zum Geschäftstermin jettet.

Noch ärger traf es viele Passagiere der Lufthansatochter Eurowings. Dort entschieden Piloten, nicht etwa ohne Gepäck, sondern überhaupt nicht loszufliegen. Wegen möglicher Umbuchungen bildeten sich vor den Eurowingsschaltern am Flughafen am Samstag lange Schlangen. Passagiere berichteten, dass sie erst in einigen Tagen fliegen sollen. Für manche ist der genehmigte Urlaub dann aber vorbei.

RP-Leser spricht von chaotischen Verhältnissen

Das Gepäck wird nach Angaben des Flughafensprechers nun in einer großen Halle bewacht und zwischengelagert. Zwei Faktoren hätten die Lage am Airport am Samstag laut dem Sprecher noch verschärft. Zum einen war die Zahl der Passagiere ferienbedingt mit 83.000 etwa um ein Drittel höher als an Durchschnittstagen. Zum anderen sind aufgrund von Umbaumaßnahmen die Gepäckanlagen der Flugsteige A und B nicht mit C verbunden, was einen Ausgleich hätte gewährleisten können.

RP-Leser Manfred Graf ist einer der Betroffenen. Sein Flug wurde annulliert. Er berichtet von chaotischen Verhältnissen. "Ich habe sechs Sunden warten müssen, bis ich ein neues Boardingticket bekam für den Flug am nächsten Tag. Zwei total überforderte Mitarbeiter von Eurowings mussten Hunderte von Tickets umbuchen", so Graf. Keine Organisation, keine Infos, kein Notfallplan, so Graf. "Ich kam mir vor wie in einem Dritte-Welt-Welt Flughafen. Es herrschte einfach Chaos."

"Wir können uns bei den Fluggästen nur entschuldigen", sagt der Sprecher. Eurowings äußerte sich am Sonntag weder auf Anfrage noch per Mail. Manfred Graf beklagt, dass er seinen Koffer selbst aus Hunderten raussuchen musste. Den entsprechenden Raum hätte er ohne Sicherheitskontrollen betreten können, Personal sei keines zu sehen gewesen. Auch am Sonntag konnte Graf nicht nach London fliegen. Der Eurowingsflug EW9464, der Düsseldorf kurz vor 16 Uhr verlassen sollte, wurde annulliert.

Das ist aber nicht die einzige Baustelle des Flughafens. Denn auch vor den Sicherheitskontrollen bildeten sich am Wochenende wieder lange Schlangen, weil die zuständige Sicherheitsfirma Kötter zu wenig Personal einsetze, sagt Verdi.

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema: "Der Flughafen muss den Ablauf sichern"

(rpo)
 
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