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Düsseldorf
Das neue Format im Kom(m)ödchen braucht Feinschliff

Düsseldorf. So ganz neu ist das Format nicht. Seit dem "Ehringsstipp" mit Christian Ehring hat es immer wieder diese ja so naheliegende Mixtur gegeben. Ein kabarettistischer Nachschlag zu aktuellen Ereignissen, garniert mit Gesang und Gästen und Lokalflair, das klingt gut. Jetzt präsentiert Ensemble-Mitglied Martin Maier-Bode mit "Martin macht's" diese Melange, und um es vorweg zu nehmen - so ganz mundete sie noch nicht. Von Thomas Hag

Dabei lag es kaum an den Zutaten. Barbara Oxenfort und Heike Beckmann präsentierten Düsseldorfer Mundart mit Gesang und Klavier, und schöne Stücke waren dabei. Da weckte die "Altstadtpoesie" nostalgische Gefühle, und das brasilianisch angehauchte "Mädchen von der Kö" bezauberte. Barbara Oxenfort kann es eben. Aber schon Meier-Bodes Gespräch mit den beiden Musikerinnen zeigte, dass ihm die Rolle als Talk-Host nicht wirklich liegt.

Das ließ sich von seinem Umgang mit dem legendären Karnevalswagen-Bauer Jaques Tilly sagen. Dessen Bau-Kunst anhand farbiger Tafeln zu demonstrieren, passte unfreiwillig zu diesem "Sparprogramm". Dass Meier-Bode Tillys interessante Anmerkungen mehr als einmal mit "Super" kommentierte, zeugte von einer gewissen Fahrigkeit, die auch die Kabarett-Einlagen durchzog.

Josef als Flüchtling aus Ägypten vor dem bürokratischen Grenzschützer (Daniel Graf) - da war mehr drin. Da sorgte Josefs falsch angeklebter Bart noch für die größte Heiterkeit. Natürlich gab es auch gewohnt Bissiges. Zur Äußerung eines AfD-Politikers, die Grenzen auch mit Waffengewalt zu sichern, hieß es: "Jetzt gibt es wieder einen Schießbefehl in Deutschland."

"Scharf wie Mostert", lautet das Motto des diesjährigen Rosenmontagszugs. Das war der Abend aber leider nicht, und so zeigten sich einige Gäste auch leicht verwirrt von dem Ablauf. Denn so liebenswert manche der Mundart-Songs auch waren, mehr Satire hatte das Publikum wohl doch erwartet.

Aber bestimmt wird es noch weitere Abende geben, an denen Martin wieder zeigen kann, wie man es macht.

Quelle: RP
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