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Düsseldorf
Neues Buch mit Düsseldorfer Geschichten erinnert an Gerda Kaltwasser

Düsseldorf. Der Erinnerungsband "Es war ganz schön was los in Düsseldorf über die Jahrhunderte" hält das Lebenswerk von Gerda Kaltwasser in Ehren. Die hoch geschätzte Journalistin und Lokalredakteurin der "Rheinischen Post" wäre am 15. November 85 Jahre alt geworden. Von Regina Goldlücke

Aus diesem Anlass wird das soeben erschienene "stadtgeschichtliche Mosaik" am Sonntag bei einer Lesung mit Elisabeth Ulrich präsentiert (15 Uhr, Heinrich-Heine-Institut). Die Schauspielerin, die früher das "Theater Überall" betrieb, war eine enge Freundin Kaltwassers. "Wir pflegten einen lebhaften Austausch", erzählt sie.

Herausgeberin Ariane Neuhaus-Koch führt in den Band ein, der 43 herausragende Reportagen und Artikel bündelt. Die Germanistin gründete vor 30 Jahren das Frauen-Kultur-Archiv an der Heinrich-Heine-Universität, um zu Unrecht vergessene Autorinnen zu dokumentieren. Dort betreut sie auch den Nachlass von Gerda Kaltwasser. Die meisten Beiträge erschienen in dieser Zeitung, andere im "Überblick", im Magazin "fiftyfifty" oder in den Heimatblättern "Das Tor". Nachzulesen sind historische Ereignisse wie der Schlossbrand (1872), Episoden aus dunklen Tagen (Kriegsausbruch, Schwarzmarkt), Geschichten über Bauten und Denkmäler (Carschhaus, Apollo-Theater, Straßen, Brücken, Brunnen). Mit liebevollem Blick und spitzer Feder berichtet Kaltwasser über die Kirmes, die Düsseldorfer Jahre von Günter Grass, das Original Hermann Harry Schmitz oder den Eat-Art-Künstler Daniel Spoerri.

Im Juli 2002 starb Gerda Kaltwasser. Lange hatte sie an einer Erbkrankheit gelitten, die ihre Muskulatur unaufhaltsam zerstörte. Mit ihrem Elektrowägelchen war sie eine bekannte Erscheinung in der Stadt. "Ich bewunderte, wie sie sich gegen die fortschreitende Einschränkung ihrer Bewegungsfähigkeit stemmte und dennoch in ihrer prägnanten und klaren Art weiter schrieb", sagt Ariane Neuhaus-Koch. "Dies machte sie für mich zu einem Vorbild der Unbeirrbarkeit, Beharrlichkeit und Gradlinigkeit."

Buch "Es war ganz schön was los in Düsseldorf über die Jahrhunderte", Düsseldorf University Press, 150 S., 16,80 Euro

Quelle: RP
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