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Gastronomie
"Noa Foodbar" neu in Unterbilk

Gastronomie: "Noa Foodbar" neu in Unterbilk
Inhaber Murat Avcioglu (v.l.) steht am Herd der Noa Foodbar, Marcel Kühnemund und Dat-Chi Ly servieren. FOTO: H.-J. Bauer
Düsseldorf. Der jüngste gastronomische Zugang in dem Trendviertel will sich mit einer Mischung aus einfachen und exotischen Gerichten etablieren. Von Holger Lodahl

Zehn Jahre als Angestellter in verschiedenen Düsseldorfer Gastronomie-Betrieben sollten genug sein, sagte sich Murat Avcioglu und erfüllte sich den Traum eines eigenen Restaurants. Ein guter Zeitpunkt zum einen, weil der Gastronom mit 35 Jahren im richtigen Alter ist für eine erste Selbstständigkeit, und auch, weil die Düsseldorfer zurzeit gastronomisch gesehen extrem experimentierfreudig sind. Nur das Problem, geeignete Räume zu finden, ist für Jungunternehmer nicht so leicht zu lösen. Murat Avcioglu hatte Glück und griff zu, als ein Lokal an der Martinstraße frei wurde. Einen Namen für den Betrieb fand er auch schnell. "Meine Tochter Noa ist Namensgeberin des Lokals", sagt er.

Den einfachen Raum hat Avcioglu nach eigenen Ideen minimalistisch eingerichtet: dunkel gestrichene Wände und ein heller Estrichboden, dazu tiefhängende Lampenschirme, die jedem Tisch etwas Intimität verleihen. Eine gute Mischung aus Industrielook und Bodenständigkeit, findet Avcioglu. Und das dezente Licht passe zum Bar-Charakter vom Noa.

Er bietet eine einfache, weltoffene Küche, sagt Avcioglu. Weil das Essen mit einem selbst gemachten Sauerteigbrot (drei Euro) beginnt, kann er da nur Recht bekommen, wie wir bei unserem Testbesuch bestätigen. Niemand sollte sich den Genuss entgehen lassen: In einem Korb kommen die Scheiben warm auf den Tisch, die Kruste kracht im Mund, der Teig hat einen angenehm würzigen Geschmack. Zum Bestreichen gibt es eingekochten Granatapfel mit Olivenöl (zwei Euro), einen Kürbis-Kichererbsen-Hummus (drei Euro) oder eine Rote-Bete-Erdnuss-Creme - wunderbar weich, knallrot und erdnussig im Geschmack (drei Euro).

Die Speisekarte bietet interessant klingende Hauptgerichte. Der Rosenkohl-Salat "Cesar" etwa mit Pecorino, Anchovis, Pesto und Croutons (neun Euro) macht einen guten Eindruck, wie wir mit einem Blick zum Nachbartisch feststellen. Was mag ein Arancino sein, fragen wir und erfahren, dass dieses Gericht aus Reisbällchen, Kräutersaitlingen, Parmesan und Blutampfer besteht (neun Euro). Wir entscheiden uns für das Ricotta Fritta mit Cacik, was ausgesprochen gut mit Safran-Honig, Dill und Ziegenkäse schmeckt (zehn Euro). Die Ravioli mit Spinat, Frischkäse und einem Pesto aus Walnüssen (13 Euro) erscheinen uns für einen Testbesuch nicht abwechslungsreich genug - um später vom Nachbartisch zu erfahren, wie sehr wir uns geirrt hatten, so gut sei das Gericht gewesen. Zufrieden sind wir aber auch mit der cremigen Polenta "Umami": Zubereitet mit Roquefort-Käse schmeckte sie angenehm scharf und würzig (zwölf Euro). Bei der Frage, wie wohl die Garnelen Tempura mit Hibiskus Curry, Brokkoli und Chili ankommen, hilft erneut die Nachbarrunde. "Sehr gut, ganz außergewöhnlich", sagen zwei Gäste zufrieden. Wir glauben es gern.

Weil alle Hauptgerichte in jeweils überschaubaren Portionen auf den Tisch kommen (und daher eigentlich eine Spur zu hochpreisig erscheinen), gönnen wir uns noch ein Dessert. Gute Idee: Das Schokomousse zaubert uns durch die Mango-Nuancen und den Vanilleschaum ein Grinsen ins Gesicht. Die Crème brulée mit Brombeeren (sieben Euro) hat einen feinen Nuss-Geschmack, der von der verwendeten Tonkabohne kommt, erklärt Kellner Marcel.

Die Noa Foodbar hat sich auch durch die große Getränkekarte bereits eine Stammkundschaft erwirtschaftet, obwohl das Lokal etwas versteckt am Rande von Unterbilk liegt. Eine schöne Anerkennung seiner Arbeit, findet Inhaber Murat Avcioglu. "Wenn Essen und Service gut sind, kommen die Gäste auch in etwas abgelegene Lokale", sagt er.

Quelle: RP
 
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