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Düsseldorf
Oboist Albrecht Mayer begeistert in der Tonhalle

Düsseldorf. Klassik, ja bitte, museale Annäherung, nein danke. So ungefähr dürfte Prokofjew beim Verfassen seiner "Symphonie classique" gedacht haben. Und so klang es auch in der Tonhalle bei der vorzüglichen Wiedergabe des "Orchestre de Chambre de Lausanne" unter der souveränen Leitung von Joshua Weilerstein. Flott und locker wurden die schnellen Sätze angegangen, transparent und ballastfrei das Larghetto, frisch und robust die Gavotta. Von Gert Holtmeyer

Beifall erhielten nicht nur Orchester und Dirigent, sondern auch der Solist, Oboist Albrecht Mayer. Der brillierte mit dem C-Dur-Virtuosenkonzert des relativ unbekannten, zwei Jahre vor Mozart geborenen Franz Anton Hoffmeister. Unglaublich, wie Albrecht auf seinem Instrument die Läufe rauf und runter jagte. Dabei vergaß er über den gewaltigen technischen Anforderungen nicht die musikalischen. Fabelhaft, wie er jeden Auftakt und jede Verzierung liebevoll ausspielte. Und nicht nur im langsamen Satz zeigte er sich als Meister der melodischen Gestaltung. Dazu bot ihm das beliebte - für die Oboe umgeschriebene - Andante Mozarts für Flöte und Orchester die beste Gelegenheit. Mayer spielte noch die wunderschöne Sinfonia aus Bachs Kantate mit dem zugegeben makabren Titel "Ich steh mit einem Fuß im Grabe".

Mitreißend, weil mit Verve und Spannung vorgetragen, war die Wiedergabe der vierten Symphonie Beethovens. Die Tempi waren bemerkenswert schnell, aber eben das ermöglichte die herrlich unverbraucht klingende Aufführung.

Ganz ohne Dirigent funktionierte die Zugabe des Orchesters, Schuberts Zwischenaktmusik aus "Rosamunde".

Quelle: RP
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