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Veranstaltungs-Tipps
Speisen mit Blick auf den Rhein

Düsseldorf. Die Traditionsgaststätte Brand's Jupp ist wieder geöffnet. Mit einem neuen Konzept soll das Gasthaus Ziel für Ausflügler und Feinschmecker werden. Von Julia Brabeck

Es ist kein leichtes Ziel, das das neue Pächterehepaar Benjamin und Susanne Rehbock erreichen will. Es möchte die Traditionsgaststätte Brand's Jupp in Wittlaer, die sich seit 1874 in Familienbesitz befindet, nach mehreren Monaten Leerstand wieder mit Leben füllen. Dabei müssen aber sehr unterschiedliche Kundenwünsche berücksichtigt werden. So wird mit dem Namen Brand's Jupp auf der einen Seite eine gehobene Küche verbunden, auf der anderen Seite sollen auch zufällig vorbeikommende Spaziergänger und Fahrradfahrer nur zu einem kleinen, einfachen Imbiss einkehren können.

Die Rehbocks versuchen diese Wünsche mit einer Karte zu befriedigen, deren Angebote viele verschiedene Geschmäcker befriedigt und die auch kleine Gerichte enthält. Angeboten wird zum Beispiel eine Currywurst im Glas (9,50 Euro) und die Nudel des Tages (9,90 Euro). Die Küche wird als "gehoben gut bürgerlich mit österreichischen Einschlag" bezeichnet. Die Karte ist ansonsten klein gehalten. Es soll frisch und saisonal gekocht werden.

Zum österreichischen Einschlag gehören beispielsweise das Backhendl oder das Wiener Schnitzel vom Kalb und der Tafelspitz mit Kartoffeln und Gemüse (21,90 Euro). Schon der Anblick der schön, in verschiedenen Lagen angerichteten Speise macht Spaß. Das Fleisch ist butterzart, ohne Schnörkel gewürzt und schmeckt deshalb so, wie ein traditioneller Tafelspitz schmecken sollte.

Eine Spezialität des Hauses ist die Wittlaerer Fischsuppe (9,90 Euro), eines der vielen guten Fischgerichte im Brand's Jupp. Sie wird in einer tiefen Schale serviert. In dieser Schale sind auch die mit Pesto bestrichenen Brotscheiben gestapelt. Das sieht appetitlich aus, führt aber dazu, dass sich die unterste Scheibe der schön kross gerösteten Brote mit Suppe voll saugt und nicht mehr knusprig ist. Vielleicht wäre es besser, auf die gute Optik zu verzichten. Die würzige Suppe mit sehr vielen Fischfiletstücken als Einlage gleicht diesen Makel aber gut aus und ist sättigend, obwohl das Gericht eigentlich unter den Vorspeisen geführt wird.

Wie inzwischen bei vielen gastronomischen Betrieben findet sich auch bei Benjamin und Susanne Rehbock ein Burger auf der Karte (15,50 Euro). Die Patties bestehen allerdings nicht wie üblich aus Rinderhackfleisch, sondern der Burger wird mit Haxenfleisch und Krautsalat serviert und ist dadurch schön saftig. Eine Überraschung sind die Pommes Frites, denn die werden selber hergestellt und schmecken intensiver, als vorgefertigte Fritten.

Ein großes Plus des Hauses Brand's Jupp ist die Lage am Rhein. Deshalb wurden auch der Biergarten erweitert und die Grillhütte bei schönem Wetter wieder in Betrieb genommen. Ein Nackensteak mit Brot und Salat kostet 12,50 Euro und zwei Rostbratwürste gibt es für 9,50 Euro.

An der Ausstattung der Gasträume wurde wenig verändert. Hier können sich die Gäste weiterhin an vielen Bildern mit Motiven aus der Umgebung erfreuen. Das Gasthaus war früher ein Treffpunkt von Künstlern. So lebte dort auch ein Zeit lang der Maler Max Clarenbach (1880 bis 1952), der in den Rheinwiesen von Wittlaer viele Bilder malte. Ihm zu Ehren gibt es bis heute in Brand's Jupp ein Max Clarenbach Zimmer und einige seiner Werke hängen im gemütlichen Gastraum.

Quelle: RP
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