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Gastrotipp
Tapas auf japanische Art

Düsseldorf. Im "Wakaiido" an der Oststraße wird Sushi auch in warmen Variationen serviert. Essen kann man dort so viel man mag - zum Festpreis. Von Ute Rasch

Wakaiido heißt übersetzt Jungbrunnen. Ob sich die Gäste des neuen japanischen Restaurants an der Oststraße nach einem üppigen Mahl tatsächlich so fühlen, als wären sie dem Quell ewiger Jugend entsprungen, mag davon abhängen, wie viel sie von all den Köstlichkeiten probiert haben, die aus der Küche kommen. Es sind unzählige, wenn man will. Und kann. "All you can eat" - sonst oft ein Angebot von Masse statt Klasse - wird hier zur großen Verführung.

Ein Lächeln zur Begrüßung, schon bekommen die Gäste ein Tablet überreicht und werden vertraut gemacht mit den Gepflogenheiten des Hauses: Die Speisekarte kommt in digitaler Form daher, die Bestellung erfolgt online. Also klickt man sich zunächst durch das gewaltige Angebot, nippt am (vorzüglichen) Grauburgunder und lässt noch mal auf der Zunge zergehen, was soeben von der umwerfend freundlichen Service-Frau mitgeteilt wurde: Innerhalb von zweieinhalb Stunden kann man so viel bestellen wie man mag, abends pro Bestellrunde und Gast maximal fünf kleine Gerichte - mittags mehr.

Wie viele Runden es werden, bleibt dem Fassungsvermögen jedes einzelnen überlassen. "Allerdings bitten wir, wirklich nur so viel zu bestellen, wie man essen kann, wir wollen möglichst kein Essen verschwenden", sagt Yee Kee Cheung, der das Restaurant gemeinsam mit ihrem Mann Ka Ming gehört. Wer seinen Teller nicht leer isst, muss zur Strafe ein oder zwei Euro zahlen. Theoretisch. Bisher blieb es dabei, diese erzieherische Maßnahme den Nimmersatts nur anzudrohen. Man will ja seine Gäste nicht vergraulen.

Die Familien des jungen Paares stammen - nein nicht aus Japan, sondern aus Hongkong, diesem großen Schmelztiegel der Küchen Asiens. Beide Cheungs sind in Deutschland groß geworden, haben in den verschiedenen Restaurants ihrer Eltern im Ruhrgebiet Erfahrung gesammelt, bis sie nun selbst in die Ess-Szene eingestiegen sind. Im "Wakaiido" wird all das serviert, was in der japanischen Küche gefüllt, gerollt, gewickelt wird und der Gaumen als Sushi erkennt. Allerdings auch in nicht alltäglichen Variationen wie die "California Rolls mit Rogen vom Fliegenden Fisch". Spezialität der Küche aber sind warme Sushi-Variationen, kleine Portionen mit besten Zutaten: marinierte Rinderfiletstückchen, zarter Schweinebauch in Knoblauch-Chili, Jakobsmuscheln mit Chili und Zitronengras, Garnelen im Kartoffelnest - Tapas auf japanische Art.

Die Online-Speisekarte soll je nach Jahreszeit aktualisiert und im Winter um die wärmenden japanischen Nudelsuppen bereichert werden. "Unser Motto lautet: Tradition trifft Moderne. Wir lieben es, zu experimentieren, die japanische Küche auch mit europäischen Zutaten zu mixen", sagt Inhaberin Yee Kee Cheung. In Tempura-Röllchen treffen sich Kimchi (würziger Weißkohl) und Rucola. Und in zu Tütchen geformten Algenblättern ergänzen Salatblätter und Avocado knusprige Entenstückchen oder Lachs. Sie nicht zu bestellen, wäre ein Versäumnis.

Wie viel schafft man von diesen Verlockungen? Wir haben nach der dritten Runde schlapp gemacht. Die knusprigen Sepia-Bällchen heben wir uns ebenso wie den Seeaal mit Unagisoße fürs nächste Mal auf. Auch auf die Matcha Mousse zum Dessert mussten wir verzichten. Aber unsere Portionen haben wir alle aufgegessen. Immerhin.

Quelle: RP
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