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Düsseldorf
Lebkuchenmarkt auf dem Schadowplatz steht auf der Kippe

Düsseldorf: Lebkuchenmarkt auf dem Schadowplatz steht auf der Kippe
Der Weihnachtsmarkt am Schadowplatz sollte wieder von Düsseldorfern betrieben werden, und nicht mehr von einer schwäbischen Agentur. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Der Schaustellerverband bekam den Zuschlag für den Weihnachtsmarkt auf dem Schadowplatz. Jetzt stellt sich heraus, dass nicht der Verband, sondern sein Chef Oliver Wilmering Partner wäre. Die FDP spricht von arglistiger Täuschung. Von Thorsten Breitkopf

Der Zoff um den Weihnachtsmarkt am Schadowplatz geht in die nächste Runde. In seiner vorigen Sitzung hatte der zuständige Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften (AWTL) beschlossen, den Zuschlag dem Düsseldorfer Schaustellerverband zu geben. Damit stellte sich der Ausschuss überraschend gegen den Vorschlag des Chefs der städtischen Düsseldorf Tourismus (DT), Frank Schrader.

Jetzt gibt es wiederum eine rasante Wendung. Denn Schrader will den Vertrag mit dem Chef des Schaustellerverbandes, Oliver Wilmering, in seiner bestehenden Form nicht unterschreiben. Der Grund: Vertragspartner ist nicht der Schaustellerverband als juristische Person, sondern dessen Vorsitzender Wilmering selbst, außerdem der Düsseldorfer Schausteller Michael Malfertheiner.

Sondersitzung im Ausschuss wegen des Weihnachtsmarktes

Ausschussvorsitzende Monika Lehmhaus (FDP) ist empört. "Wilmering hat nie gesagt, dass er als Privatperson den Markt organisieren will, sondern stets davon gesprochen, er agiere stellvertretend für den Schaustellerverband", sagt Lehmhaus und wirft Wilmering "arglistige Täuschung" vor. Wilmering habe stets im Ausschuss den Anschein erweckt, als Sprecher des Verbands aufzutreten und nicht als Privatperson.

Die Vorsitzende hat nun eine außerordentliche Sitzung des AWTL für den 22. Mai einberufen. Einziger Tagesordnungspunkt: der Weihnachtsmarkt auf dem Schadowplatz.

FDP und Grüne hatten Wilmering und seinen Verband als Ausrichter des Weihnachtsmarktes ohnehin schon vorher abgelehnt. Sie favorisierten einen externen Anbieter, den Schrader vorgeschlagen hatte. Überraschend stimmten in der Sitzung dann CDU und SPD für die Düsseldorfer Lösung mit dem Schaustellerverband. Im Vorfeld soll Wilmering eine "massive Werbung im Hintergrund" mit vielen SMS an diverse Ausschussmitglieder gefahren haben, sagen mit den Vorgängen vertraute Personen. Vor allem die SPD galt als Treiber.

"Der Verband soll der Vertragspartner sein"

CDU-Ratsherr Klaus Mauersberger, stellvertretender Vorsitzender des AWTL, zeigt sich ebenfalls "enttäuscht" von der offensichtlichen Irritation durch Wilmering. "In der außerordentlichen Sitzung muss auch über Alternativen nachgedacht werden", sagt Mauersberger auf Anfrage. SPD-Ratsherr Matthias Herz sagt, er sei zumindest "irritiert" davon, dass Wilmering und nicht der Verband Vertragspartner sein soll. "Ich habe aber die Hoffnung, dass der Beschluss noch so umgesetzt werden kann, wie vom AWTL beschlossen."

DT-Chef Frank Schrader sagt, ihm seien zurzeit die Hände gebunden. "Ich habe den eindeutigen Auftrag des AWTL, einen Vertrag mit dem Schaustellerverband und nicht mit Herrn Wilmering als Einzelperson oder ähnlichem abzuschließen. Es war auch kein Tippfehler, dass der Verband der Vertragspartner sein soll", sagt Schrader auf Anfrage.

Frank Wilmering weist die Vorwürfe, er habe in eigenem Interesse gehandelt, von sich. "Ich wollte mir nichts unter den Nagel reißen", sagt Wilmering gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Fremde Unterstellungen verstehe er nicht, so der Schausteller. Er habe noch keine Kenntnis darüber, was wörtlich in dem Vertrag stehe, weil er ihn noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Außerdem habe er vorgehabt, die bestehenden Standbetreiber zu halten, die im Schaustellerverband organisiert sind. Gestern Abend traf sich der Schaustellerverband zu einer Mitgliederversammlung. Auf dieser sollte laut Wilmering eine einvernehmliche Lösung des Marktproblems unter den Schaustellern gefunden werden.

Quelle: RP
 
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