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100 Jahre Diakonie in Düsseldorf
"Obergrenze der Hilfsbereitschaft" noch lange nicht erreicht

100 Jahre Diakonie in Düsseldorf: "Obergrenze der Hilfsbereitschaft" noch lange nicht erreicht
Urvater der Diakonie: Theodor Fliedner, hier in einer Zeichnung aus dem Pflegemuseum Kaiserwerth. 1916 gründete dann der Pfarrer Karl Euler die Diakonie Düsseldorf. FOTO: Bußkamp, Thomas
Düsseldorf. Diakonie - das ist der Teil der evangelischen Kirche, der sich um soziale Arbeit kümmert. Egal, ob es um Pflegebedürftige oder Flüchtlinge geht. Jetzt feiert sie 100. Geburtstag.

In der Johanneskirche am Martin-Luther-Platz hat die Diakonie Düsseldorf am Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Mit einem festlichen Gottesdienst bedankte sich der evangelische Wohlfahrtsverband bei seinen Mitarbeitern und Förderern. Gäste aus Politik und Kirche lobten den Einsatz der Diakonie, die in vielen Bereichen, unter anderem in der Flüchtlingsbetreuung tätig ist.

Die Predigt wurde von Pfarrer Ulrich Lilie, Präsident des Diakonie-Dachverbandes, gestaltet. Der hat eine besondere Beziehung zu Düsseldorf. Bis zu seiner Berufung an die Spitze des Wohlfahrtsverbandes Mitte 2014 war er als theologischer Vorstand der Graf-Recke-Stiftung tätig.

Lilie appellierte an die Besucher, Zivilcourage zu zeigen. Es sei ungemein wichtig, sich für jene einzusetzen, die nicht für sich selber sprechen könnten - sei es nun aufgrund von Pflegebedürftigkeit oder nach der Flucht aus einem Krisengebiet.

Angelehnt an diese Worte hob der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, lobend das Engagement der Diakonie für Geflüchtete hervor. Eine "Obergrenze der Hilfsbereitschaft" in Deutschland, aber auch im Kleinen in Düsseldorf, sei "noch lange nicht erreicht".

"Das Angebot der Diakonie richtet sich an alle Menschen - egal, ob sie nun aus Unterbilk oder aus dem Senegal stammen", betonte Rekowski. Das Verhältnis zwischen Kirche und Diakonie charakterisierte er als bemerkenswert problembefreit. So sei allen Beteiligten klar, dass christliche Arbeit nur im Miteinander gelingen könne.

Der Landesminister für Arbeit, Integration und Soziales, Rainer Schmeltzer, überbrachte Grußworte von der Landesregierung. 100 Jahre Diakonie - das sei gleichbedeutend mit 100 Jahren geballter Nächstenliebe, sagte der SPD-Politiker. Als "treuer Wegbegleiter" der Landesregierung mit vielfältigen Arbeitsfeldern sei der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche für das Land NRW eine "tragende Säule des Sozialsystems".

Als Vertreter der Stadt sprach Oberbürgermeister Thomas Geisel in dem Gottesdienst. Er bezeichnete die Diakonie als einen "verlässlichen Partner", der nicht nur über Nächstenliebe spreche, sondern auch zur Tat schreite. Seine besondere Anerkennung sprach das Stadtoberhaupt den rund 2500 Beschäftigten sowie den 1600 Ehrenamtlichen der Diakonie aus. "Ohne Sie gäbe es heute nichts zu feiern", sagte Geisel.

(hgw)
 
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