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Lokalsport
Kleines Feld mit starker Besetzung

Düsseldorf. Reiter- und Rennverein übernimmt Europa-Meile, ein 55.000-Euro-Rennen. Von Daniel Delius

"Tag der Jugend" hieß der Renntag Mitte September in Grafenberg in den vergangenen Jahren, weil bei dieser Veranstaltung die zweijährigen Pferde, der Galopper-Nachwuchs, im Blickpunkt stand. Das ist immer noch der Fall, doch hat der Düsseldorfer Reiter- und Rennverein inzwischen die Europa-Meile aus München übernommen, ein 55.000-Euro-Rennen. Das ist das neue Highlight und läuft morgen unter dem Patronat des Porsche Zentrums. "Wir haben dieses Rennen auch geholt, weil wir dem deutschen Rennsport verpflichtet sind", sagt Vereinspräsident Peter-Michael Endres. "Sonst wäre es vielleicht komplett weggefallen."

Mit sieben Startern auf der 1600-Meter-Distanz ist zwar quantitativ keine übermäßig starke Besetzung zusammen gekommen, doch kann sich die Qualität mehr als sehen lassen. Alle deutschen Spitzentrainer sind vertreten, und mit der vier Jahre alten Stute Nymeria, die Andreas Suborics reiten wird, gibt es auch eine lokale Komponente. Sie steht im Besitz des Stalles Grafenberg von Albrecht Woeste und seinen Partnern, ist längst überfällig für einen Sieg. Ihr Trainer Waldemar Hickst ist gedämpft optimistisch, verweist aber auf die Bedingungen: "Sie sollte schon mit guten Chancen unterwegs sein, aber etwas weicher Boden wäre nicht verkehrt." Mit Regen ist aber nicht zu rechnen.

Die Konkurrenz besteht in erster Linie in zwei dreijährigen Hengsten, Noor Al Hawa und El Loco. Ersterer gehört dem in Dubai lebenden Jaber Abdullah, der seit vielen Jahren Pferde in Deutschland trainieren lässt, bei Andreas Wöhler in Gütersloh. Bei gelegentlichen Stallbesuchen reist der finanzstarke Unternehmer schon mal mit dem Regionalexpress an, Rennbahnauftritte sind selten. Sein Starter morgen ist aktueller Sieger in Frankreich.

El Loco, der von Markus Klug in Köln-Heumar trainiert wird, ist insofern ein Phänomen, da er in seiner Karriere noch nie als Erster die Ziellinie überquert hat. Sein einziger Sieg, in Grafenberg, resultiert aus der Disqualifikation eines Konkurrenten. "Wir gehen in der Distanz noch einmal zurück", sagt Klug zu dem von Adrie de Vries gesteuerten Hengst, der sogar im Deutschen Derby am Start war, dort auf zu weiten 2400 Metern aber nur Elfter war.

Zwei hochdotierte Zweijährigen-Rennen, darunter der zum 92. Mal ausgetragene Junioren-Preis, sind weitere Highlights. Dabei sattelt der Grafenberger Trainer Sascha Smrczek mit Silver Cloud im Junioren-Preis eine chancenreiche Teilnehmerin. Ihren bisher einzigen Rennbahnauftritt hat sie erfolgreich gestaltet, daran soll sie anknüpfen.

Quelle: RP
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