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Teleman
Das kalte Düsseldorf inspirierte Brit-Band

Düsseldorf. Es ist schon ganz beachtlich, welche Reichweite diese Stadt hat: Die britische Independent-Band Teleman hat in diesem Jahr eine Single veröffentlicht, die sich Düsseldorf widmet. Ein Lied voller Melodie. Ein gebürtiger Japaner und drei Briten stehen hinter der avantgardistischen Band aus London. Von Paul Nachtwey

Dass ausgerechnet die Landeshauptstadt das Thema der neuen Single geworden ist, hat mit einem simplen Erlebnis der Band zu tun, wie Sänger Thomas Sanders über die besondere musikalische Verbindung sagt.

Er und die anderen Jungs waren im Dezember 2014 auf Tour und fuhren gemütlich mit dem Auto durch Düsseldorf. "Ich schrieb den Text, als ich aus dem Fenster schaute. Gefahren zu werden, finde ich sehr inspirierend beim Komponieren." So entstand ein launiger, träumerischer Songtext: "Hello to the girl with the yellow balloon" (Hallo, Mädchen mit dem gelben Ballon), singt Sanders in dem Lied. "Es ist eine Kombination aus Gedanken, die ich hatte und Dingen, die ich buchstäblich sehen konnte", erklärt er. Das Lied lebt vom euphorischen Klang und eingängiger Melodie. "Elektro-Indie-Synthesizer-Pop-Irgendwas" nennt der Sänger den Musikstil der Band. Die vier Künstler brachten bereits zwei Alben heraus und überzeugen mit einer traditionellen Kombination: Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboard. Wirklich bekannt ist Teleman zwar noch nicht, aber ihr letztes Album landete immerhin auf Platz 51 der UK-Charts.

Wer beim Düsseldorf-Song von der Band einen Song zur Königsallee, dem Dreischeibenhaus und dem Rheinturm erwartet, wird jedoch überrascht sein. Düsseldorf, das Sanders im Lied eher wie "Dusseldorf" betont ("Der Laut ist schwer zu perfektionieren"), zeigte sich der Band 2014 eher im grauen Wintergewand. "Düsseldorf lives in a cold grey life" (Düsseldorf lebt ein kaltes, graues Leben), lautet eine Zeile im Text. "Meine spätere Erinnerung war eine an viel Grau - durch die Farbe des Himmels und die Menge an Beton und Stein, die ich sehen konnte", erinnert sich Sanders. Zwischen all den hellen Lichtern und dem Adrenalin auf Tour, sei Grau aber auch eine merkwürdig beruhigende Farbe, die er mögen würde.

Eine weitere witzige Anekdote zum Lied lautet so: Im zweiten Drittel des Songs hört man eine Frauenstimme, die einen Text auf Deutsch leise über die Melodie der Gitarre spricht. Die Frau sei eine Freundin des Tontechnikers aus Berlin, die den Text übersetzte. Wer genau hinhört, erkennt, dass sie bei der Produktion recht erkältet war. Dadurch entstehe ein "ganz liebenswerter Ton", erzählt Sanders. "Unser Techniker vermisst sie schrecklich, wenn wir auf Tour sind, und immer, wenn ihre Stimme beim Soundcheck mit dem Düsseldorf-Lied aus den Lautsprechern kommt, schreit er laut ihren Namen."

Neben dem Tour-Erlebnis gibt es auch eine elementare musikalische Verbindung zu Düsseldorf. Bands wie "Kraftwerk" und "Neu!" haben Teleman stark beeinflusst. "Diese Gruppen haben experimentiert, rebelliert und waren innovativ." Der Sänger ist sich sicher, dass auch die Stadt selbst einen Einfluss auf deren Musik hatte. Dass Düsseldorf auch ein Erfolgsgarant für Teleman ist, zeigt eine wachsende Bekanntheit durch ihr Düsseldorf-Lied. 

Quelle: RP
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