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Aufführung
Rhythmus-Show "Stomp" bringt das Capitol Theater zum Beben

Aufführung: Rhythmus-Show "Stomp" bringt das Capitol Theater zum Beben
Bei der Show verausgaben sich die Darsteller beim Stampfen, Trommeln, Tanzen. Dominik Schad (2. v.l.) ist der erste männliche deutsche Darsteller. FOTO: A. ortHen
Düsseldorf. Fünf Jahre haben die Düsseldorfer auf Stomp warten müssen, doch jetzt gastiert bis Sonntag wieder das rasante und witzige Rhythmusspektakel im Capitol Theater. Warum diese besondere Mischung aus Percussion, Bewegung und Komik auch nach über 25 Jahren ihres Bestehens das Publikum noch mitreißt, beantwortet die internationale Truppe aus Musikern, Schauspielern und Tänzern auf beeindruckende Weise.

Erstmals ist mit Dominik Schad ein männlicher deutscher Darsteller in der langen Stomp-Geschichte vertreten. Gegen mehrere hundert Mitbewerber konnte sich der 26-Jähriger bei einem Casting in London im vergangenen Mai durchsetzen, nun steht er seit August als vollwertiges Ensemble-Mitglied auf der Bühne. "Von Kindheit an bin ich ein Fan von Stomp und deshalb super glücklich, nun an der Show mitwirken zu können", sagt Schad. Der ausgebildete und erfahrene Schlagzeuger, der im Allgäu aufwuchs, verkörpert zurzeit die Rolle des Potato Head, der direkt in der ersten Nummer bei einem Soloauftritt mit nur zwei Besenstielen und vollem Körpereinsatz ein wuchtiges Klangerlebnis kreiert. "Mir macht es viel Spaß, mit dem Publikum zu agieren und die Figur selber auszugestalten", sagt der Darsteller.

So ist es ausdrücklich von den beiden Erfindern der Show, Steve McNicholas und Luke Cresswell,gewünscht, dass sich die Darbietungen weiterentwickeln, von den Künstlern immer wieder neu interpretiert werden und somit die Show lebendig bleibt. Keine Aufführung gleicht ohnehin der anderen, da immer eine andere Besetzung agiert, nur acht Mitglieder der zwölf Mann starken Truppe jeweils auf der Bühne stehen. "Das ist wichtig, denn mehr als sechs Shows kann man kaum in der Woche spielen, da die Auftritte sehr anstrengend sind." Denn in der 100 Minuten langen Aufführung sind alle Künstler fast durchgängig auf der Bühne und leisten dort Schwerstarbeit, wenn sie mit voller Wucht trommeln und stampfen und somit die Bühne zum Beben bringen.

Aber es gibt auch poetische und ruhige Momente in dem Spektakel. Zum rhythmischen Klappern der Feuerzeuge springt die Flamme wie scheinbar von Geisterhand geführt durch die Luft. Und auch ein einfaches Zeitunglesen wird durch das Knistern des Papiers, das Räuspern und Grummeln des Lesers zu einem besonderen Klangerlebnis.

Zudem werden bei Stomp immer wieder neue Programmpunkte entwickelt. Erstmals in Düsseldorf zu sehen ist eine Chorografie mit Einkaufswagen, die gegeneinander gescheppert werden, und eine Szene, bei der Metallspulen ganz neue Klänge entlockt werden.

Aber auch die Düsseldorfer können zeigen, dass sie Rhythmus im Blut haben. Dirigiert vom großartigen Darsteller Ian Vincent entsteht so aus einfachem Klatschen und Fingerschnippen ein Stück.

(brab)
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