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Benrath
Brüder betrügen mit Pfandbons

Benrath. Amtsgericht verurteilt zwei Angeklagte zu Geldstrafen. Von Wulf Kannegiesser

Zu Geldstrafen von insgesamt 16.800 Euro hat das Amtsgericht gestern ein betrügerisches Bruderpaar (24/32) verurteilt. Als Aushilfen in einem Benrather Getränkemarkt hatten die Brüder laut Geständnissen im Sommer 2015 innerhalb weniger Wochen serienweise Leergutbons fingiert und sich die Beträge direkt aus der Firmen-Kasse in die eigenen Taschen gesteckt.

Der ältere übernahm vor Gericht die Verantwortung für rund 500 Euro, die er heimlich ergaunert habe. Sein Bruder hatte bei dem Ex-Arbeitgeber sogar einen Schuldschein über 35.000 Euro unterzeichnet. Beide Angeklagten gaben an, aus Not gehandelt zu haben. Der jüngere schilderte: "Ich habe das für mich gemacht, hatte zu wenig Geld, konnte meine Miete nicht mehr zahlen."

Das Motiv seines Bruders klang nach Selbstjustiz: Weil er vom Chef angeblich nicht das versprochene Geld bekommen habe, habe er seinen Aushilfslohn aufgestockt und direkt einkassiert. Hinter die Tricks der Brüder war der Marktbesitzer erst nach einer Inventur und gezielter Videoauswertung durch ein Detektivbüro gekommen. "Demnach wurden von den Angeklagten auch Pfand-Bons erstellt, wenn mal kein Kunde da war", so der Chef. Hochgerechnet auf die Arbeitsdauer des 24-Jährigen errechnete die Marktleitung einen Firmen-Verlust von 35.000 Euro, den der Angeklagte gemäß dem unterschriebenen Schuldschein jetzt in 100-Euro-Raten abstottert. Bei seinem Bruder war der Kassenschwund nicht zu berechnen. Er kam deshalb mit einer Geldstrafe von 6000 Euro davon.

Da der jüngere Angeklagte wegen Diebstahls aber schon vorbestraft war und über einen längeren Zeitraum in die Kasse gegriffen hatte, muss er laut Urteil nun als Strafe 10.800 Euro zahlen, entsprechend 180 Tagessätzen. Und zwar zusätzlich zu seinen Ratenzahlungen an den Ex-Arbeitgeber.

Quelle: RP
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