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Benrath
Chor der Dankeskirche feiert 100. Geburtstag

Benrath. Seit einem Jahrhundert wird jeden Dienstag um 20 Uhr geprobt. Morgen erklingt das große Jubiläumskonzert. Von Birgit Wanninger

Jeden Dienstag ist um 20 Uhr Chorprobe - seit 100 Jahren. So steht es in den Kirchenbüchern, und so ist es auch noch heute. Morgen soll das 100-jährige Bestehen des Kirchenchors der Dankeskirche mit einem Konzert unter Leitung von Silvia Hanraths gefeiert werden.

Dabei ist es einem Zufall zu verdanken, dass der 30-köpfige Chor, der vorwiegend aus Frauen und fünf Männern besteht, von seinem runden Geburtstag erfahren hat: Vergangenes Jahr feierte die Dankeskirche ihr 100-Jähriges. Dabei studierte der pensionierte Pfarrer Georg Gerstenberg sorgsam die Chronik und hat sogar ein Buch über die Chorgeschichte zusammengestellt.

Als Gesternberg für das Kirchen-Jubiläum die Kirchenbücher bearbeitete, fand er beim Durchstöbern der alten Bücher eine Notiz, dass ein Jahr nach Einweihung der Dankeskirche der Chor gegründet wurde. "Ein genaues Datum haben wir leider nicht, lediglich einen Stempel im Kassenbuch", sagt Brigitte Heinrich, dienstältestes Chormitglied, aber nicht das Älteste, wie sie betont. Immerhin ist sie schon mit zwölf Jahren dem Chor beigetreten und seit mehr als 50 Jahren singend dabei. Also steht der Dienstag als fester Termin für sie im Kalender. Und immer finden die Chorproben im Lutherzimmer statt.

Selbst in schwierigen Zeiten, sogar in den Kriegsjahren, gab es regelmäßige Chorproben, so ist es in dem zusammengefassten Jahresbericht von 1937 bis 1944 nachzulesen. Es gab sogar Proben bei Verdunkelung und Bombenalarm. Damals hätte nur die allernotwendigsten Chorproben gegeben. Dennoch fand eine Konfirmation statt - mit Chorgesang - , und zwar schon morgens um 7 Uhr statt. Und in der Chronik heißt es weiter: " .. nach dem schweren Luftangriff am 25. April 1944 schulden wir Gott Dank für die Bewahrung der Dankeskirche."

Nach dem Krieg hat der Chor 1951 wieder 30 Mitglieder. "Und die Männer, die aus der Gefangenschaft zurückkamen, verstärkten den Chor mehr und mehr", sagt Brigitte Heinrich und ergänzt: "Ab 1951 probte man im Arndtsaal, und es ist eigens erwähnt, dass der Saal geheizt war." Heute eine Selbstverständlichkeit, damals eine Sensation, die in den Büchern vermerkt wurde. Genauso wie die Tatsache, dass der Chor im Jahr 1954 23 Mal auftrat. Bei der Christvesper war die Kirche völlig überfüllt. Mehr noch: Die Türen zum Lutherzimmer wurden geöffnet und dort weitere Stuhlreihen aufgestellt. "Da können wir heute nur von träumen", sagt Heinrich.

Seit der Chorgründung gab es acht Chorleiter. Vor allem der Kirchenmusiker Georg Christian Palmer (1965 bis 1990) ist dabei hervorzuheben, der gute Jugendarbeit leistete, unter anderem mit dem Kinderchor und den Flötenkindern.

Seit mehr als zehn Jahren leitet Silvia Hanraths den Chor der Dankeskirche. "Die Chorabende werden bei ihr zu Trainingsstunden, aus denen man froh und zufrieden nach Hause geht", sagt Brigitte Heinrich und: "Es ist bewiesen, dass Singen sehr gesund ist, Körper und Seele stärkt und glücklich macht."

In den vergangenen Wochen hat der Chor fleißig geprobt, nicht nur dienstags. Denn morgen um 17 Uhr findet das Jubiläumskonzert statt. Danach gehen die Proben dienstags um 20 Uhr weiter. "Wer Lust hat, mitzusingen, kann vorbeischauen", sagt Brigitte Heinrich.

Quelle: RP
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