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Benrath
Keine Hinweise auf Schadstoffbelastung

Benrath: Keine Hinweise auf Schadstoffbelastung
Stockenten sind in Bezug auf die bevorzugte Nahrung anspruchslos, sie fressen, was sie hinreichend verdauen und ohne großen Aufwand erreichen können. Auch an den toten Fischen knabbern sie gerne herum. FOTO: Röhrig
Benrath. Ernst Aßmann ist ehrenamtlich für die Untere Fischereibehörde tätig. Auch er geht von einem Parasitenbefall aus. Von Andrea Röhrig

Als Ernst Aßmann am späten Dienstagabend davon hörte, dass es nach 2014 schon wieder ein Fischsterben im Benrather Schlossweiher gibt, war er schockiert. Er ist für die beim Umweltamt angesiedelte Untere Fischereibehörde ehrenamtlich als Stadtaufseher für die Düsseldorfer Gewässer tätig, bereits seit sieben Jahren. Diese beunruhigenden Nachrichten wollte er bei einem Besuch vor Ort gestern Vormittag gleich selber überprüfen.

"Sehen Sie da, da unten auf dem Boden des Weihers liegen noch ein paar kleine tote Fische." Über 200 Tiere sind inzwischen verendet, alle mit einer Größe zwischen zehn und 15 Zentimeter. Die meisten waren Rotaugen, aber auch ein paar Brassen sind laut Stadt darunter. Beide Arten zählen laut Stadt zu den Weißfischen.

Allerdings geht Aßmann nicht davon aus, dass das Wasser verunreinigt ist, sondern dass die Fische wohl eher an einem Parasitenbefall starben. Das ist auch der aktuelle Stand, den Umweltamtschef Stefan Ferber gestern hatte: "Wir haben keinen Hinweis auf eine Schadstoffbelastung gefunden", sagte er auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Befall mit dem Erreger der Weißpünktchenkrankheit war auf jeden Fall beim Fischsterben vor zwei Jahren die Ursache gewesen. Damals hieß es, dass von den toten Fischen keine Gesundheitsgefahren für Menschen oder andere Tiere ausgingen.

Ob dieser Parasit nun auch diesmal die Todesursache ist, steht noch nicht fest: Die meisten verendeten Tiere haben Mitarbeiter des Gartenamtes in den vergangenen Tagen eingesammelt. Um herauszufinden, was den Fischen den Tod brachte, lässt das Umweltamt Wasserproben überprüfen. Gestern gab es zudem einen Ortstermin von Mitarbeitern des Umweltamtes und des Fischgesundheitsdienstes des Landes Nordrhein-Westfalen. Dabei, so Ferber, seien weitere Proben genommen worden. Wenn die Ergebnisse der Untersuchungen feststünden, werde die Stadt öffentlich darüber informieren. Wie lange das dauert, konnte Ferber gestern nicht sagen: Das hänge auch davon ab, welche Krankheit die Fische hätten und wie aufwendig deshalb die Analytik sei.

Was übrigens die meisten Spaziergänger nicht wissen: Im Schlossweiher wie auch im Schlosspark hinten gelegenen Kopfweiher darf tatsächlich geangelt werden. Allerdings aktuell wegen des Fischsterbens nicht, sagt Aßmann. Und das genau ist ein Punkt, an dem Aßmann Kritik übt: "Die Stadt hätte hier dazu Schilder aufstellen sollen", sagt er und fügt gleich noch einen Punkt an: "Der Schlossweiher führt zwar sauberes Wasser, allerdings müsste er mal wieder entschlammt werden." Das sei das letzte Mal 2011/2012 gemacht worden. "Alle vier Jahre sollte das schon passieren." Das trägt auch zum Gleichgewicht der Teich-Population bei. Denn moderigen Untergrund mögen besonders gerne Karpfen. "Ich weiß, dass in dem Schlossweiher ein paar Exemplare leben, die zehn bis 15 Kilogramm auf die Waage bringen." Doch wenn sie so groß geworden sind, fressen sie sowohl die Brut der anderen Fischarten als auch die eigene.

Wenn er einen Angler erwische, der einen zu großen Karpfen wieder vom Haken lasse und ins Wasser zurückwerfe, bekomme der von ihm eine Anzeige, sagt Aßmann streng: "Alles, was über vier Kilogramm wiegt, muss raus. Auch wenn er dann gar nicht mehr schmeckt." Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, der wird mit einem Ordnungsgeld bestraft. "Das kann auch schon beim ersten Mal zwischen 30 und 40 Euro liegen."

Was den Fisch-Experten allerdings gewundert hat, ist, dass neben den Rotaugen auch Brassen verendet sind: "Die gibt es eigentlich sehr selten im Schlossweiher. Vielleicht haben sich welche vom Rhein aus hierher verirrt" - wie unlängst auch schon ein Zander. Über die Itter und den Schlossgraben gibt es eine Verbindung an den Rhein.

Und genau in diesem Umlaufgraben, der längs am Schlosscafé in den Weiher mündet, trieben auch gestern Mittag mehre kleinere, tote Fische im Wasser - immerhin zur Freude der dort lebenden Enten. Wenn sie im lebenden Zustand aus dem Wasser gezogen werden, dann kann man die Rotaugen sogar essen. "Die sollen sehr gut schmecken, wenn man sie in die Pfanne haut", sagt Ernst Aßmann

Quelle: RP
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