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Benrath
Plötzlich war der Fischstand da

Benrath. Pünktlich zur Mobilen Redaktion der Rheinischen Post auf dem Benrather Markt gab es gestern einen neuen Markthändler. Doch den Besuchern fehlt das Flair. Auch das Angebot sei nicht umfassend. Von A. Röhrig und B. Wanninger

Der Benrather Markt wartete gestern mit einer echten Überraschung auf: Fischhändler Gunter Selbmann füllte mit seinem Stand die Lücke an der Kopfseite des Marktes. Serdar Kedik hatte am Samstag seinen Obst- und Gemüsestand abgebaut - allerdings nach Informationen unserer Redaktion ohne bislang den Platz zu kündigen, und der in der Vergangenheit daneben platzierte Fischwagen von Rossdeutschers fehlt schon seit Jahresbeginn. Wer am Dienstag auf dem Markt vorbeischaute, konnte die Tristesse des Benrather Marktes mit eigenen Augen erblicken.

Gestern zur Mobilen Redaktion roch es auf dem Markt wieder nach Kibbeling. Erst am Dienstag sei er vom Marktamt angesprochen worden, ob er sich am Mittwoch auf den Markt stellen wolle. Am selben Tag hatte das Presseamt der Stadt die Bitte unserer Redaktion abschlägig beschieden, ob der Leiter des Amtes, Klaus Meyer, bei der Veranstaltung den RP-Redakteuren und Bürgern Rede und Antwort stehen könne, wie die Verwaltung der Markt attraktiver gestaltet will: Meyer habe einen Termin beim Landesamt, hieß es.

Für den stellvertretenden Bezirksbürgermeister Udo Skalnik ist diese Absage ein Unding, vor allem, da Meyer ja auch einen Stellvertreter habe. Er wie auch Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf setzen sich mit der gesamten Bezirksvertretung schon seit mehr als drei Jahren dafür ein, dass der Markt samt Platz attraktiver gestaltet wird. Getan hat die Verwaltung nicht viel. Skalnik: "Das ist eine Fehlleistung des Marktamtes; wir als Bezirksvertreter fühlen uns in keiner Weise ernst genommen." Das gilt auch für die Marktbeschicker. Auch deren Ziel ist es, den Markt zu beleben. André Goldenstein von der Imbissbude hat immer wieder Händler angesprochen, die sich dann ans Marktamt gewendet haben. Zuletzt habe er einen tollen Honigstand aufgetan. Doch weder der noch andere Stände, wie beispielsweise das "Stielmus" haben jemals auf dem Benrather Markt aufgeschlagen.

Doch in Kürze werden ein paar Dinge nun endlich angegangen: "Die Beplankung für den Brunnen kommt bald. Und die Verwaltung hat nun auch das Okay für die Versetzung der Wipptiere gegeben, damit die nicht den Vorplatz blockieren", berichtet Melina Schulze, Chefin der Aktionsgemeinschaft Benrath. Zudem sollen die Spielgeräte einen Fallschutz erhalten. Auch mehr Bänke sind auf dem Marktplatz vorgesehen. "Schau'n Sie mal, die einzige Bank steht vorne an der Haltestelle und da blickt man auf die Straße", beklagt sich Eva Becker. Sie gehörte zu den Benrathern, die sich dafür eingesetzt hatten, dass der große Pilz 2007 weg kam. "Da hatte ich mir aber mehr von versprochen. Der Markt ist doch echt trostlos. Gehen Sie mal nach Hilden. Oder nach Holthausen; da funktioniert es mit den beiden Markttagen doch gut." Das bestätigt auch Hildegard Hachen. Nur samstags sei in Benrath viel los. Ihr fehle einfach die Vielseitigkeit und das Flair, während in Langenfeld und Hilden ein tolle Atmosphäre an den Marktagen herrsche. Und da beginnt die Diskussion über die Öffnungszeiten, da gibt es keine einheitliche Regelung. "Man weiß nie, wann wer kommt", bemängelt Hans Haverkamp. Udo Skalnik stimmt ihm zu und ergänzt: "Es muss feste Markttage und Öffnungszeiten geben."

Sandra Westerhorstmann vom Stadtbäcker erklärt, dass seit 35 Jahren ein Wagen ihrer Bäckerei auf dem Markt steht. Seit vergangener Woche im neuen Outfit und mit erweitertem Angebot. Allerdings auch mit neuen Öffnungszeiten. Ab sofort hat er - mit Ausnahme von Freitag - dienstags bis samstags nur noch bis 14 Uhr geöffnet.

Ob Fischhändler Gunter Selbmann am Mittwoch wiederkommt, das muss er sich noch überlegen. Die erste Portion Fisch hat er gegen 11.30 Uhr verkauft. Problematisch halte er an dem Standort Benrath, dass er wie in Oberbilk sein Fahrzeug nicht am Wagen parken darf. Wie gestern müssen die Benrather sich nun überraschen lassen, ob der Fischhändler wiederkommt - oder aber nicht. Fest steht, dass der Nussmann wöchentlich nach Benrath anreist und nächsten Mittwoch wieder da sein will.

Quelle: RP
 
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