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Benrath
Schulleiter gegen Container auf Sportplatz

Benrath. Für die wachsende Schülerzahl plant die Verwaltung auch in Benrath Erweiterungen. Eine Idee stößt aber bei gleich drei Schulleitern auf Kritik: Die Container für die Hauptschule sollen auf eine Fläche, die auch als Brand-Sammelplatz dient. Von Andrea Röhrig

10.40 Uhr - im Benrather Schloß-Gymnasium ist große Pause. Die Sonne scheint, und der Bewegungsdrang ist bei einigen Jungs groß. Nach kurzer Diskussion steht fest, wer in welcher Fußballmanschaft spielt und dann rollt der Ball endlich los. Schulleiter Raimund Millard beschaut sich von außen das Treiben auf dem alten Tartanplatz, der hinter dem Jugendzentrum Spektakulum Richtung Kappeler Straße liegt. "Sie sehen selbst, dass die Fläche von unseren Schülern genutzt wird, wie jetzt in der Pause oder am Nachmittag in der Ganztagsbetreuung", sagt er. Sogar ein Teil des Sportunterrichts läuft auf dem ausbesserungsbedürftigen Platz. Die Verwaltung bezeichnet diesen Platz hingegen als abgängig.

Seine eigentliche Funktion ist, als Sammelplatz für Gymnasium und Realschule zu fungieren, wenn es in der Schule brennen sollte. An dem Metall-Gitter sind vor kurzem Schilder angebracht worden, damit die Klassen wissen, wo sie sich bei einem Alarm aufstellen sollen - 1500 Schüler und Lehrer. "Erst im Mai ist das neue Brandschutzkonzept von der Feuerwehr und der Stadt abgenommen worden", sagt Millard, der darauf verweist, dass das Schulzentrum an der Hospitalstraße, das Heimat für das Gymnasium sowie die Realschule ist, aus allen Nähten platze und den Schülern kaum noch Freiflächen biete.

Um so überraschter war er, als er vor den Sommerferien das erste Mal von den Plänen des Schulverwaltungsamtes hörte, auf dem Sportplatz Container aufstellen zu wollen. Für die Hauptschule an der Melanchtonstraße. Denn in der Schule, die in der Nachbarschaft liegt, ist die räumliche Lage noch angespannter. Der Klassentrakt ist seit 2009 wegen Baufälligkeit gesperrt, der Verwaltungstrakt folgte 2013. Die Schüler werden in einem Containerbau unterrichtet, mit dem man den beiden Grundschulen an der Erich-Müller-Straße auf die Pelle gerückt ist. Diese Gemengelage soll nun neu organisiert werden. So sollen wegen steigender Schülerzahlen die beiden Grundschulen - die katholische St. Cäcilia und die Gemeinschaftsgrundschule Benrather Schloss - um je einen auf zwei Züge erweitert werden. Der Erweiterungsbau soll in einem Riegel oder zwei quer gebauten Riegeln in Richtung Hauptschule entstehen. Noch nicht geklärt sei, ob sich den Neubau dann - wie derzeit den Altbau - die Schulen teilten, oder eine Schule den Neubau, die andere den Altbau bekommt, berichtete Florian Dirszus, stellvertretender Leiter des Schulverwaltungsamtes, in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung 9. Hintergrund der Erweiterung sind Benraths kontinuierlich steigenden Einwohnerzahlen; da sind laut Stadt die beiden Neubaugebiete in der Paulsmühle mit rund 700 geplanten Wohneinheiten noch nicht einmal eingerechnet.

Als weiteres Projekt soll auf dem Hauptschulgelände an der Melanchtonstraße ein Gebäude für eine weiterführende Schule gebaut werden. Die Verwaltung hütet sich allerdings davor, dieses Projekt als Hauptschul-Neubau zu bezeichnen. Auch die nächsten Jahre will sie abwarten, wie sich die Abmeldezahlen entwickeln. In der Stadtspitze war im vergangenen Jahr schon beschlossene Sache gewesen, aus der Haupt- eine Gesamtschule zu machen. Doch da die Garather Fritz-Henkel-Schule diese Umwandlung freiwillig vollzog, ging der Schließungskelch erstmal an der Benrather Hauptschule vorüber, zumal auch die Anmeldezahlen in Ordnung waren.

Geplant ist aktuell, in den Sommerferien 2017 mit dem Aufbau der Containeranlage für die Hauptschule auf dem Sportplatz zu beginnen. Für Schloß-Schulleiter Millard lässt sich dieser Zeitplan nur realisieren, wenn die Stadt bald eine gangbare Lösung für das Problem mit dem Sammelplatz findet. Bei dem Gespräch vor den Sommerferien sei die Stadt mit überholten Plänen gekommen, sagt er: Bereiche, die als frei eingezeichnet gewesen seien, seien inzwischen bebaut.

Für Hauptschulleiter Hans-Jürgen Gürke ist eines wichtig: "Dass unsere Schule, die mit dem Stadtteil eng vernetzt ist, in Benrath bleibt." "Herr Gürke, Herr Erven als Schulleiter der Realschule und ich stehen in einem engen Kontakt", betont Millard: Sie ließen sich nicht auseinanderdividieren oder gegeneinander ausspielen. Die Frei haben sich schon Gedanken gemacht, wo in Benrath für rund zwei Jahre Platz wäre für die im Containerbetrieb laufende Hauptschule. Millard bringt das Areal der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz an der Benrodestraße ins Spiel, auf dem bis Ende April 2017 noch Flüchtlinge untergebracht sind.

Quelle: RP
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