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Bilk
Düsseldorfs Friedhofs-Expertin

Bilk. Die Kunsthistorikerin Inge Zacher hat schon mehrere Bücher über die Ruhestätten der Stadt verfasst. Von Laura Ihme

Wenn Inge Zacher die Geschichte des Alten Bilker Friedhofs erzählt, herrscht um sie herum bedächtiges Schweigen. "Dass das hier ein ordentlicher Friedhof geworden ist, haben wir den Preußen zu verdanken. Bevor sie sich der Sache angenommen haben, wurden die Menschen hier ganz willkürlich und nicht wirklich tief begraben", sagt Zacher. Eine Geschichte wie aus einem Gruselmärchen - aber wahr. Das hat sie in ihrer ausführlichen Recherche über den Friedhof herausgefunden, der bereits im Jahr 1805 angelegt wurde und heute nur noch ein Park ist.

Inge Zacher kennt jeden Winkel des gut 5,2 Hektar großen Areals. Sie weiß, wer wo begraben war, wessen Gedenkstätten noch heute existieren, welche Stürme wann gewütet haben und wer den Friedhof gepflegt hat. Seit Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit der Geschichte von Düsseldorfs Ruhestätten, hat im Auftrag des Düsseldorfer Geschichtsvereins ein Buch mit dem Titel "Der Bilker Friedhof" verfasst. Ebenso hat sie die Geschichte des Golzheimer Friedhofs aufgearbeitet und engagiert sich auch dort für den Erhalt der historischen Grabstätten. "Eigentlich komme ich aus Berlin und bin von Hause aus Kunsthistorikerin. Als ich dann damals nach Düsseldorf gekommen bin, habe ich den Golzheimer Friedhof besucht und war sofort von ihm verzaubert", sagt Zacher. In ihrer Freizeit fing sie an, über die Historie des Friedhofs zu forschen, irgendwann ist das Ganze dann zum Selbstläufer geworden, und heute ist die 75-Jährige wohl Düsseldorfs beste Friedhofs-Kennerin. "Für mich sind Friedhöfe wunderbare Orte. Wenn ich mal nicht so gut gelaunt bin, spaziere ich über sie und bin danach entspannt", sagt sie.

Regelmäßig teilt sie außerdem ihr Wissen über die Friedhöfe mit interessierten Düsseldorfern und bietet Führungen an - so wie über den Alten Bilker Friedhof, an dessen Gestaltung Maximilian Weyhe mitgewirkt hat. Vollständig rekonstruiert hat sie die Geschichte aber noch nicht: "Wir wissen zum Beispiel, dass viele berühmte Bilker Familien ihre Gräber hier hatten. Alle kennen wir aber nicht", sagt sie. Aber vielleicht ist das auch gut so: Dann kann Zacher noch weiter forschen - die Lust daran ist ihr nämlich noch lange nicht vergangen.

Quelle: RP
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