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Bilk
Ein Abschied mit Tränen und Wehmut

Bilk: Ein Abschied mit Tränen und Wehmut
Die Ordensschwestern Beatrix, Hedwig und Franzesko (v.l.) wurden gestern in der Kirche St. Martin verabschiedet. FOTO: Anne Orthen
Bilk. Die Ordensschwestern Franzesko, Beatrix und Hedwig verlassen Düsseldorf. Von Katharina Peetz

"Vertraut den neuen Wegen, die der Herr uns weist." Mit Bedacht waren die Kirchenlieder bei der Eucharistiefeier zum Abschied der Ordensschwestern in der Kirche St. Martin gestern ausgewählt worden. Wohin der neue Weg die Schwestern Franzesko, Beatrix und Hedwig führt, ist noch ungewiss. Mehr als 150 Jahre waren Ordensschwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi (ADJC) in Düsseldorf tätig. Jetzt geht es für die letzten drei Schwestern zunächst zurück ins Mutterhaus in Dernbach.

Um sich von ihnen zu verabschieden, waren gestern viele Menschen in die Bilker Kirche gekommen - so viele, dass einige Besucher im Eingangsbereich stehen mussten. Pfarrer Stephan Pörtner erklärte: "Heute ist kein leichter Tag für uns." Der Abschied von den Ordensschwestern sei ein trauriger und schmerzlicher Anlass. Joachim Kardinal Meisner bedankte sich für die Dienste der Schwestern, obwohl die Dankbarkeit eigentlich nicht in Worte zu fassen sei. Durch das gottgeweihte Ordensleben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam hätten sie eine besondere Nähe zu Gott, so Meisner.

Schwester Simone, Provinz-Oberin des ADJC, berichtete, dass sie viele Anrufe erreicht hätten, mit der Bitte, dass die Schwestern in Düsseldorf bleiben könnten: "Auch für uns ist es ein Trauertag." Es sei aber schön zu hören, dass die Menschen die Schwestern vermissen werden. Zum Schluss bedankte auch sie sich. Einen Hoffnungsschimmer für die Zukunft ließ die Provinz-Oberin erkennen: "Vielleicht können wir in einigen Jahren hier wieder einen Konvent eröffnen."

Auch Kardinal Meisner setzte auf diese Hoffnung und bat die Schwestern Franzesko, Hedwig und Beatrix: "Lassen Sie irgendwas hier - zum Beispiel einen Rosenkranz." Damit die nächsten Schwestern eine Erinnerung an sie hätten. Besonders rührend wurde es nach der offiziellen Feierlichkeit: Viele Besucher drängten zu den Schwestern, um ihnen persönlich die Hand zu schütteln, sich für ihre Dienste zu bedanken und ihnen alles Gute zu wünschen. Die Schwestern waren sichtlich gerührt, hatten Tränen in den Augen. Es sei ein mulmiges Gefühl, sagte Schwester Franzesko. Eine Mischung aus Trauer und Dankbarkeit. Was ihr am meisten fehlen werde? "Die Menschen."

Quelle: RP
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