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Bilk
Uniklinik eröffnet ambulantes OP-Zentrum

Bilk: Uniklinik eröffnet ambulantes OP-Zentrum
Thomas Klenzner, stellvertretender Direktor der HNO-Klinik, demonstriert einen Eingriff im Ambulanten Operativen Zentrum. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Bilk. In drei Operationssälen nehmen Ärzte Eingriffe im Bereich der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde sowie Unfall- und Handchirurgie vor. Das Ziel ist es, Ressourcen effizienter zu nutzen. Von Regina Goldlücke

Einer von drei Operationssälen im neu eröffneten Ambulanten Operativen Zentrum der Uniklinik ist ein hochmoderner High-Tech-Raum. Die Systeme dort ähneln denen, die beim Manövrieren eines Flugzeugs oder dem Navigieren im Auto zum Einsatz kommen. Da gibt es zum Beispiel das "Abstandswarnsystem" und den "Standardprozeduren-Manager". Beispiel Nasennebenhöhlen-OP: Was auf dem OP-Tisch geschieht, wird über einen Monitor visualisiert. Auf einem zweiten erscheint der CT-Datensatz, auf dem dritten kann der endoskopische Eingriff verfolgt werden. Gerät der Chirurg in eine "Gefahrenzone", etwa zu nah ans Auge, ertönt ein knarrendes Signal. Der OP-Computer gleicht damit einem Kollisionswarnsystem. Und wie im Auto geben Kommandos vom Band den jeweils nächsten Schritt vor. Gleichzeitig wird der Verlauf der Operation dokumentiert.

Vor wenigen Wochen hat das Ambulante Operative Zentrum nach sechsmonatiger Bauzeit seinen Betrieb aufgenommen. 2,4 Millionen Euro investierte die Uniklinik aus Eigenmitteln. "Wir folgen damit dem Zug der Zeit und entsprechen dem Wunsch der Patienten nach einer kurzen Verweildauer im Krankenhaus", sagt Klaus Höffken, der Ärztliche Direktor der Uniklinik. Dank schonender Operations- und Narkoseverfahren ist es möglich, immer mehr Eingriffe ambulant vorzunehmen. Das Düsseldorfer Zentrum bietet in der ersten Phase ambulante Eingriffe aus den Fachbereichen HNO, Unfall-, Hand- und Gefäßchirurgie sowie Gynäkologie an. Das bringt den Patienten viele Vorteile: Die Wartezeiten verkürzen sich, die Eingriffe folgen einem festen Tagesplan.

Die hochpräzise Ausstattungstechnik im High-Tech-OP-Saal kommt bei HNO-Eingriffen von circa 15 bis 90 Minuten Dauer zum Einsatz. Sie sei bundesweit einzigartig. Die Standardisierung werde weiter fortschreiten: Bisher wurden 15 OP-Verfahren in dieses System eingespeist. "Wir sind als Chirurgen aber noch Herr des Verfahrens und können flexibel reagierten", versichert Thomas Klenzner, der stellvertretende Direktor der HNO-Klinik. "Bisher war es so, dass unser ganzes Programm umgeworfen wurde, sobald ein Helikopter mit Verletzten kam", sagt Joachim Windolf, Direktor der Klinik für Unfall- und Handchirurgie. "Dieser Spagat bleibt uns nun erspart. Die meisten Verletzungen an der Hand können ambulant behandelt werden, das schafft Ressourcen für den großen OP." Es sei auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, beide Bereiche zu trennen - die Minute im OP ist neben der auf der Intensivstation die teuerste. In die Optimierung der Prozesse ist das ganze Team eingebunden: Von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt wurden alle Mitarbeiter für die neuen Abläufe trainiert.

Beim Personal ist die neue Station mit ihren durchgetakteten Zeiten von morgens bis nachmittags so begehrt wie bei den Patienten, die von der entspannten Atmosphäre außerhalb des oft hektischen OP-Bereichs profitieren.

Quelle: RP
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