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Carlstadt
Erste Vernissage der Kinderkünstler

Carlstadt. Maxschüler der Klassen 1 bis 4 präsentieren ihr Kunstprojekt "(BauM)AR(K)T" im Stadtmuseum auf der Berger Allee. Kreative kleine Künstler und große Künstler schaffen gemeinsam Kunst mit dem Thema "Markt" auf verschiedene Art. Von Gabriel Goldberg

Kinderlärm empfängt den Besucher im Stadtmuseum, sobald die erste Etage erklommen ist. Eltern, Großeltern und Kinder können die Ausstellungseröffnung kaum erwarten. Als die "stolze Schulleiterin" Annette Kessing mit einem leisen "Pscht" um Ruhe bittet, wird es schlagartig sehr still. Kessing erklärt den Besuchern, dass dieses Projekt insgesamt über ein Jahr lief und die Kinder von Anfang bis Ende an der Herstellung der Kunst eingebunden waren, dass sie sich mit ihren Ideen und Wünschen einbringen konnten und auch eingebracht haben. Ute Sweekhorst, die Initiatorin des Projekts, eröffnet die Ausstellung. Nachdem der Raum freigegeben ist, gibt es kein Halten mehr: Die Kinder möchten ihre Ausstellung endlich sehen. Doch vorher rufen sie zusammen und gleichzeitig: "Applaus für Ute Sweekhorst!"

Dieses Kunstprojekt besteht aus mehreren Teilen: Bei dem ersten Teil haben die Kinder sich mit dem Thema "Markt" beschäftigt und hierzu Fotocollagen erstellt - doch nicht einfache Collagen: Die Schüler haben sich auf dem Boden liegend ablichten lassen, "sie sind der Stamm, der alles trägt", sagt Sweekhorst. Die erhobenen Arme stellen die Baumkrone dar, die Krone wurde mit Fotoschnipseln (den "Blättern") gefüllt - zu den Themen, die die Kinder bewegen. Uhren, Süßigkeiten, Obst, Früchte, Tiere und viel mehr stellen die "Blätter" des Baumes dar. Dieses Projekt hat tatsächlich abseits der kleinen Künstler auch einen übergeordneten, aktuellen Bezug: Die Maxschule pflegt eine Kooperation mit einer jüdischen Schule in Montreal/Kanada und wird demnächst einen Baum dort pflanzen - so passen die "Collagen-Bäume" der "kleinen Künstler" in das große Ganze.

Die Schüler haben sich vor verschiedenen Marktständen, die ihnen am meisten lagen, auf einem grünen Stuhl sitzend ablichten lassen - dieses Teilprojekt heißt "Der grüne Stuhl".

Das nächste Projekt unter Leitung von Friederike Zech hat die traditionellen Obstkisten als Rahmen für Collagen aus Gips zu verschiedenen Themen bezüglich des Marktes erstellt - es gibt dort den Obstmarkt zu sehen, aber auch den Schwarzmarkt (mit Zigarren und Alkoholflaschen aus Gips geformt). Weiterhin wurde ein Hörfilm von den Kindern erstellt. Ein Hörfilm? Nun, bei diesem haben die Kinder aus rechtlichen Gründen die Kamera verdeckt und Marktleute interviewt. "Man hat alles erfahren über Fisch, Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren bei den Interviews, vertont wurde der Film mit selbstgebauten Klangkörpern", erläutert Zech.

Nicola Pilger betreute das Projekt "Masken": Die Schüler haben Masken hergestellt und Fotoschnipsel zu einem bestimmten Thema, welches sie interessiert, auf ihnen collagiert. Doch jetzt kommt das nachdenklich stimmende: Es wurde mit papierenen Laufbändern die "andere Seite der Medaille" aufgezeigt. So hat die "Kosmetikmaske" als Kontrapunkt das Wort "Tierversuche", die "Obstmaske" den Begriff "Düngemittel" als Gegenbegriff. Das Thema war: Ich in dem Markt. Doch die Schüler sollten eine distanziertere Betrachtung entwickeln und darstellen", erklärt Pilger.

Dieses Projekt hat verschiedenartige Wirkung entfaltet: Auf die Kinder, aber auch auf die Eltern: "Unsere Kinder haben ihre Gedanken in den Kunstwerken dargestellt - das sind allesamt Themen, über die Erwachsene auch reden", sagt "Künstlerinmutter" Katja Münstermann erstaunt.

Wie fühlt es sich denn so an, lange Zeit auf ein Ziel hinzuarbeiten und dieses Ziel erreicht zu haben? Anabel, Flo und Leni, sie sind alle neun Jahre alt, sind sich einig: "Wir gehen nach getaner Arbeit mit Freude ins Bett".

Quelle: RP
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