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Carlstadt/Pempelfort
Straßenfeste locken Tausende Besucher an

Carlstadt/Pempelfort: Straßenfeste locken Tausende Besucher an
Nicht nur Models, auch Hunde waren beim Hohe-Straße-Fest auf dem roten Teppich zu sehen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Carlstadt/Pempelfort. Händler und Anwohner feierten am Sonntag gemeinsam beim traditionellen Hohe-Straße-Fest und beim Nordstraßenfest. Von Sarah Schneidereit

Bevor das Hohe-Straße-Fest gestern startete, hatte Michael Gauert von der Bäckerei Hinkel sich schon ein wenig Sorgen gemacht. Er befürchtete, dass wegen des Radrennens nicht ganz so viele Besucher den Weg zum Straßenfest finden würden. Dass die Sorge unbegründet war, zeigte wenige Stunden später ein Blick in die brechend volle Backstube. Bis zum Nachmittag kamen bereits knapp 1500 Menschen vorbei, um die Räumlichkeiten der Traditionsbäckerei zu besichtigen und dem Bäckermeister über die Schulter zu schauen.

Im Hofladen-Antiquariat von Ludwig Ganseforth ging es hingegen eher ruhig zu. Unter dem Motto "Kunst und Krempel" schätzte der Antiquar die mitgebrachten Bücher der Besucher. "Große Schätze sind da erfahrungsgemäß nicht dabei. Den meisten Leuten geht es aber auch mehr darum, überhaupt zu erfahren, um was für Werke es sich handelt und wie viel sie wert sein könnten", so Ganseforth. "Außerdem schätzen die Gäste die Ruhe hier im Hinterhof."

Ganz und gar nicht ruhig war es bei der traditionellen Modenschau an der Kreuzung der Hohe Straße mit der Bastionstraße. Bäckermeister Josef Hinkel moderierte das Schaulaufen, bei dem unter anderem Unterwäsche von Mohnfeld Moden präsentiert wurde. "Die Atmosphäre hier ist super und ich finde es toll, dass hier Mode gezeigt wird, die ich mir gleich im Anschluss quasi kaufen könnte", meinte Gabriele Sommer. Ihrem Mann Günther gefiel die Vierbeiner-Modenschau vom Hundeausstatter "Mops Fidel" aber fast noch besser. "Ich habe noch nie Hunde auf einem roten Teppich gesehen, das war schon lustig anzuschauen", sagte der 53-Jährige.

Dass beim 14. Hohe-Straße-Fest die Besuchermarke der vergangenen Jahre nicht geknackt wurde, störte Koordinatorin Ruth Benninghoven nicht. Statt der üblichen 30.000 Besucher kamen ihrer Schätzung nach um die 20.000. "Es ist voll genug hier und das Fest ist wie immer ein Erfolg", sagte sie.

Beim Oktoberfest auf der Nordstraße herrschte beste Stimmung unter den Besuchern. FOTO: Hans-Juergen Bauer

Auf der Nordstraße spürten die Händler schon eher, dass die Straßenbahnen nicht wie gewohnt über die Pempelforter Einkaufsmeile verkehrten. "Es kommen heute schon weniger Leute von außerhalb", meinte Thomas Merz, der mit seiner Zirkus-Eventagentur "Merz & Pilini" für die Unterhaltung der kleinen Gäste sorgte. Er war dennoch zufrieden mit der Veranstaltung. "Besonders die Anwohner kommen hier natürlich gerne vorbei. Und da das Wetter auch mitspielt, kann ich mich nicht wirklich beklagen", so Merz.

Besucherin Martha Günter bekam vom Straßenfest weniger mit als gedacht. Ihre fünfjährige Tochter Susi wollte nämlich lieber die Geschichte auf der Puppenbühne im Schaufenster der Hörbuchhandlung Ute Romeike verfolgen, als den verkaufsoffenen Sonntag zu nutzen. "Ist ja auch logisch, in dem Alter gibt es Spannenderes als Einkaufen", sagte die junge Mutter mit einem Lächeln. "Ich finde es deshalb auch toll, dass es beim Nordstraßenfest Angebote für Kinder gibt."

Ein wenig genervt war der Derendorfer Ulrich Herzer schon vom Radrenntag. "Eigentlich ist es Tradition, dass wir mit Freunden aus Gerresheim auf das Nordstraßenfest gehen. Das Rennen hat uns echt in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte Herzer. Er genoss trotzdem den entspannten Einkaufsbummel am verkaufsoffenen Sonntag. "Nordstraßenfest ist schließlich nur einmal im Jahr."

Quelle: RP
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