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Derendorf
Kaufhausdetektive falsch beschuldigt?

Derendorf. Frau gibt an, ihr Mann habe ihre Aussage bei der Polizei wohl falsch übersetzt.

Mangelnde Sprachkenntnisse brachten eine Arztfrau aus Syrien gestern auf die Anklagebank beim Amtsgericht. Dort wehrte sich die 23-Jährige gegen 600 Euro Strafe wegen falscher Verdächtigung von Kaufhausdetektiven. Im Herbst 2015 war sie in einem Derendorfer Kaufhaus unter Diebstahlsverdacht geraten und soll hinterher behauptet haben, die Detektive hätten sie und ihre dreijährige Tochter stundenlang in einem kleinen Raum eingesperrt. Nun beteuerte sie, das habe sie nie gesagt. Ob ihr Mann das so übersetzt habe, könne sie nur vermuten. Ihr Verfahren wurde gegen eine Geldauflage eingestellt.

2016 hatte die nun 23-Jährige mehrere Deutschkurse besucht, kann sich inzwischen selbst verständlich machen. Doch im September 2015 sei sie noch auf die Sprachhilfe des Gatten (45) angewiesen gewesen. Er habe sie damals zur Vernehmung wegen des angeblichen Ladendiebstahls begleitet, "war immer wortführend", so der Anwalt der Frau gestern.

Die Angeklagte stellte im Prozess nun sofort klar, dass sie in jenem Supermarkt nicht drei Stunden in einem acht Quadratmeter kleinen Raum mit ihrem weinenden Kind festgehalten worden war. Ob und warum ihr Mann das bei der Polizei so dargestellt habe, könne sie nicht sagen. Dessen deutsche Übersetzung habe sie damals ja noch nicht verstanden. Tatsächlich sei sie samt Kind wegen des angeblichen Ladendiebstahls erst nach drei Stunden wieder nach Hause gekommen. Ob ihr Ehemann das gemeint haben könnte, ließ sich nicht klären.

Ihr Ehemann hat sie gestern zum Prozess begleitet, im Zeugenstand verweigerte er aber jede Aussage. So blieb unklar, von wem die Vorwürfe gegen die Ladendetektive in die Welt gesetzt worden waren. Die Angeklagte soll jetzt nur noch 250 Euro ratenweise als Auflage an die Staatskasse zahlen. Dann wird ihr Prozess um die falschen Vorwürfe wegen Geringfügigkeit eingestellt.

(wuk)
 
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