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Düsseltal
Bordelle sollen Wohnhaus weichen

Düsseltal: Bordelle sollen Wohnhaus weichen
So soll das geplante Gebäude Rethelstraße 75 einmal aussehen. Die Wohnungen verfügen über Balkone und Terrassen. FOTO: triple a rendite immobilien
Düsseltal. An Stelle der Häuser Rethelstraße 73 bis 77 ist geplant, ein Gebäude mit 23 Wohnungen und Tiefgarage zu errichten. Doch bevor die Mauern am Standort der früheren Bordelle fallen, gibt es noch einmal Glanz und Gloria. Von Verena Patel

Denn die Schmuckdesigner und Goldschmiede von Düsselgold zeigen dort am 23. April ihre Stücke. "Fürchtet euch nicht" hat der Verbund seine Ausstellung genannt, und lädt so mit dem einstigen Slogan der stillgelegten roten Meile ein, in dieser besonderen Kulisse Schmuck anzuschauen. Ab 14 Uhr sind die ehemaligen Bordell-Räume dazu geöffnet, der Eintritt ist frei.

Danach könnte es bald Bauarbeiten geben an der Rethelstraße, wo die "Pensionsbetriebe" bereits im Herbst 2014 nach einem Skandal um K.o.-Tropfen und ausgeraubte Freier geschlossen worden sind. Der Plan von Projektentwickler Klaus Beck sieht vor, die drei berühmt-berüchtigten Gebäude abzureißen. Auf dem 708 Quadratmeter großen Grundstück will Beck ein Haus mit 23 Wohneinheiten und Tiefgarage errichten lassen. Als "Quartier Düsseltal" bewirbt Becks Bauunternehmen Triple A Rendite Immobilien GmbH das Projekt. Eine Bauvoranfrage liege seit Anfang März vor und werde derzeit vom Bauaufsichtsamt geprüft, teilt die Stadt auf Anfrage mit.

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Eine Rückmeldung hat Beck bislang noch nicht erhalten, aber das beunruhigt ihn nicht. "Die Bearbeitung einer solchen Anfrage dauert meistens um die vier bis sechs Wochen", sagt er. Er ist zuversichtlich, dass das Bauvorhaben umgesetzt werden kann. Zwei Gespräche mit dem Bauamt habe es bereits gegeben.

Stimmt die Stadtverwaltung zu, sollen die Grundstücke, auf denen sich derzeit die Häuser mit den Hausnummern 73, 75 und 77 befinden, zu einem Grundstück vereinigt werden. Rethelstraße 75 wäre dann die neue Adresse. Vier Stockwerke sind vorgesehen, zur Gartenseite hinaus werden die Wohnungen mit Balkonen, Terrassen oder Loggien ausgestattet. "Das neue Gebäude muss sich in die umliegende Bebauung anpassen in Sachen Höhe, Tiefe und Aussehen", sagt Beck. Eine hell verputzte Front ist auf den Animationen seiner Firma zu sehen, mit großen Fenstern und einem Treppenhaus, das von außen einsehbar ist. Insgesamt 1783 Quadratmeter sollen bewohnbar werden - und zwar aufgeteilt in 23 Einheiten mit Wohnungen von rund 37 bis etwa 92 Quadratmeter.

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Uwe Wagner, Bezirksvorsteher im Stadtbezirk 2, begrüßt die Idee, dass am ehemaligen Bordellstandort nun Wohnungen entstehen sollen. "Wir brauchen Wohnungen, und zwar je mehr, desto besser." Seiner Einschätzung nach dürfte ein Abriss ohne Probleme genehmigt werden. Eventuell könnten die Pläne Thema in der Bezirksvertretung werden.

Zwischenzeitlich waren die drei Häuser auch als mögliche Flüchtlingsunterkünfte im Gespräch gewesen. Das scheint nun vom Tisch. Einen weiteren Bordellbetrieb wollten Stadt und Bezirkspolitiker unbedingt verhindern, im vergangenen Jahr bereits sprachen sie sich dagegen aus. So hatte der stellvertretender Leiter des Bauaufsichtsamts, Karl-Heinz Schrödl, erklärt, man werde keine Bordelle mehr an der Rethelstraße genehmigen. Auch die Mitglieder der Bezirksvertretung 2 waren sich in diesem Punkt über die Parteigrenzen hinweg einig.

Quelle: RP
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