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Garath
Ausverkauf im Garather Hauptzentrum

Garath. Immer mehr Ladenlokale stehen leer. Sie verwahrlosen und sind kein schöner Anblick für die Passanten. Stadtteilpolitiker Peter Ries fordert, dringend etwas zu ändern, damit Garath wieder attraktiver wird. Von Birgit Wanninger

Es ist ein trauriges Bild: leere, dreckige Schaufenster, in denen Plakate kleben wie "zu vermieten" oder "Ausverkauf". Im Garather Hauptzentrum verschwinden immer mehr Läden.

Die erste Etage in dem Haus, in dem früher Karstadt auf zwei Etagen war, steht immer noch leer und wird zur Miete angeboten. Der Modeladen neben der Sparkasse, der ein Jahr seinen Räumungsverkauf anbot, ist Anfang des Jahres endgültig ausgezogen. Seit mehr als einem Jahr können die Garather keine Bücher mehr in ihrem Ortsteil kaufen. Die Gutenberg-Buchhandlung zog zunächst in ein Ecklokal um und verkleinerte sich dabei. Vor zwei Jahren machte sie ganz zu. Gleich nebenan ist der Schuhladen Kaulmanns. Der hat zurzeit Räumungsverkauf.

"Dabei wollte der Inhaber weitermachen, doch sein Vertrag wurde nicht verlängert", sagt Peter Ries, Mitglied der zuständigen Bezirksvertretung 10. Er hat mit zahlreichen Geschäftsleuten im Einkaufszentrum gesprochen und weiß, dass das Fairhaus der Diakonie, neben dem Schuhladen, noch einen Vertrag für drei Jahre hat. Beim Schlesier um die Ecke wiederum ist der Vertrag bereits ausgelaufen.

"Es macht keinen Spaß mehr, durchs Hauptzentrum zu laufen und überall die leeren Geschäfte zu sehen", sagt Ries, der für die Freien Wähler in der Bezirksvertretung sitzt. Er blickt vom Fairhaus nach rechts in die Heinrich-von-Brentano-Straße und sagt: "Die Post hat schon lange geschlossen, und jetzt hat auch noch in dieser Saison die Eisdiele dicht gemacht."

Merkwürdig findet er, dass im ehemaligen Gardinengeschäft erst vor drei Monaten ein Laden mit außergewöhnlichen Kindermöbeln eröffnet hat - und jetzt ist dort schon wieder Räumungsverkauf.

Peter Ries hat inzwischen herausgefunden, dass bei den meisten leerstehenden Geschäften Immobilien-Makler involviert sind. "Wenn das so weiter geht, gibt es in Garath künftig nur noch Immobilen-Händler. Das ist für mich wie ein Ausverkauf", sagt Ries. Deshalb ist er der Meinung, dass dringend etwas getan werden muss. So hat er beispielsweise schon in der Bezirksvertretung den Antrag gestellt, ein Gremium zu bilden, dass sich mit dem Thema beschäftigt. Daraufhin haben sich Vertreter der Bezirksvertretung inzwischen getroffen und die weitere Vorgehensweise geklärt. Demnach soll demnächst ein Gespräch mit der IHK und den Eigentümern der Läden stattfinden. Die Bezirksverwaltungsstelle will die Eigentümer anschreiben und einen Termin vereinbaren.

Für Ries ist das zu wenig. "Wissen wir, ob die Eigentümer oder deren Vertreter überhaupt Interesse haben, sich an einen Tisch mit der IHK zu setzten?", sagt er. Und die Untersuchungen der IHK in den vergangenen Jahren hätten auch nicht viel gebracht. Denn geändert habe sich nichts. In Eller gebe es beispielsweise "Kunst gegen Leerstand", sagt Ries. Warum sei das nicht auch in Garath möglich. Außerdem regt er an, dass sich wieder Geschäftsleute, inklusive Marktbeschicker, in einer Art Werbegemeinschaft zusammenschließen und es besser machten als die GGG und Garath activ+. Das Allerwichtigste sei jetzt, so Ries, vor der eigenen Haustüre zu kehren. "Wir dürfen unser Zentrum nicht verkommen lassen", mahnt er.

Quelle: RP
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