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Garath
GSV und Politik sauer auf Sportamt

Garath. Die Sportverwaltung hat immer wieder dem Garather SV Versprechungen gemacht, sie aber nicht eingehalten. Die Stadtteilpolitiker fordern nun, dass in der Sitzung der Bezirksvertretung der Amtsleiter Rede und Antwort steht. Von Birgit Wanninger

Ein umrandetes Kunstrasen-Kleinfeld ist ideal für Kinder. Da können die D- und E-Jugend wunderbar trainieren; da können die Kinder vom gegenüberliegenden Jugendtreff spielen. Die Idee, ein solches Kleinfeld auf dem Gelände des Garather SV an der Koblenzer Straße zu errichten, hatte die SPD-Fraktion, und die anderen Stadtteilpolitiker waren ebenfalls begeistert.

Nicht aber die Verwaltung. Ihres Erachtens ist die Anlage schon groß genug. Außerdem würden einige Plätze, darunter der Bolzplatz, nicht genutzt. Deshalb sieht das Sportamt "keine Veranlassung, eine zusätzliche, hoch qualifizierte Sportfläche zu schaffen."

Frank Muschalla, stellvertretender Vorsitzender des GSV, kann die Antwort der Verwaltung nicht nachvollziehen. "Ich finde die Einschätzung des Sportamtes sehr enttäuschend", sagt er. "Zugleich bin ich überrascht, da uns von dieser Seite (Anm. d. Red.: das Sportamt) über Jahre gesehen anderslautende Zugeständnisse gemacht wurden."

Außerdem stellt der GSV in einem Schreiben an den Oberbürgermeister, die Bezirksvertretung und das Sportamt zahlreiche Dinge richtig. So sind die Gymnastikwiesen nicht von drei Seiten eingezäunt- wie von der Verwaltung behauptet - sondern nur von zwei. Und der Bolzplatz wird deshalb nicht genutzt, weil der Verein dieses Gelände mit der Eröffnung der SOS-Kita - auf Anfrage des Sportamtes - der Kindertagesstätte überlassen hat. Der Platz verwildert. "Er gehört uns nicht, also können wir ihn auch nicht pflegen", sagt Muschalla.

Schon vor fünf oder sechs Jahren sei dem damaligen Vorstand des Vereins ein weiterer Kunstrasenplatz in Aussicht gestellt worden. "Man sprach von einer Liste, auf der der Verein steht", sagt der Vize-Chef des GSV. Aber leider sei nichts umgesetzt worden. Die Widersprüche zwischen der Vorlage der Verwaltung und den tatsächlichen Gegebenheiten auf der Anlage sind groß. Stadtteilpolitiker und GSV-Mitglieder haben den Eindruck, dass der Verfasser der Vorlage noch nie auf der Anlage des GSV gewesen ist.

Das ist noch nicht alles: Für das Freundschaftsspiel zum 120-jährigen Bestehens des TSV gegen Fortuna 2014 auf größeren GSV-Anlage wurde ein Rettungsweg angelegt, der von Kunstrasen-Platz über die Wurf- und Sprunganlage führt. "Wir wurden nicht informiert", sagt Muschalla. Später habe das Sportamt versprochen, dort zwei Kleinspielfelder aus Naturrasen anzulegen. Was daraus geworden ist, kann jeder sehen: ein verwilderter Hügel. Vor Monaten, so der ehemalige Platzwart Peter Kubitzky, seien sechs Lkw-Ladung mit Mutterboden abgeladen worden: "Das war's."

Die Mitglieder der Bezirksvertretung 10 nehmen die Antwort der Verwaltung nicht hinnehmen und kritisieren das Sportamt scharf. SPD-Fraktionsvorsitzende Christiane Sieghart-Edel hat bereits einen Antrag gestellt, dass in der nächsten Sitzung der BV der Sportamtsleiter die Ablehnung begründen soll.

Gerade im Zusammenhang mit dem Neubau des Jugendclubs und der geplanten Dreifach-Halle wäre der Platz ideal. "Da werden Millionen für die Dreifachhalle ausgegeben da kann man doch auch einen größeren fünfstelligen Betrag für die Planung das kleine Kunstrasen-Spielfeld integrieren", sagt Sieghart-Edel und ergänzt. "Das lassen wir so nicht auf uns sitzen." Das Sportamt war gestern zu keiner Stellungnahme bereit.

Quelle: RP
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