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Garath
Martinsmarkt mit schwacher Resonanz

Garath: Martinsmarkt mit schwacher Resonanz
Gut liefen die Geschäfte am Glühwein-Stand. Der Betreiber sagt: "Natürlich haben wir dieses Jahr Pech mit dem Wetter. Aber falls der Markt im nächsten Jahr erneut stattfindet, sagen wir nicht nein." FOTO: Andreas Endermann
Garath. Die Idee, mit einem neuen Markt den Stadtteil attraktiver zu machen, ist gut. Sie passt zum Konzept Garath 2.0. Doch viele Anbieter klagen über ausbleibende Besucher und Käufer. Ob es eine Neuauflage gibt, steht noch nicht fest. Von Nina Armbrust

Es hätte so gesellig sein können. Der Geruch von gebrannten Mandeln lag in der Luft. An vielen der 17 Buden auf dem ersten Martinsmarkt im Garather Hauptzentrum hingen bunte Laternen. Doch trotzdem blieben die Besucher zwischen Donnerstag und gestern an vielen Zeitpunkten aus. Grund dafür ist offenbar nicht nur das bescheidene Wetter. Deshalb ist nun auch ungewiss, ob der Markt nächstes Jahr erneut stattfinden wird. Organisator Jürgen Kloft kennt sich mit der Veranstaltung von Märkten aus. Dieses Jahr hilft er neben dem Garather Martinsmarkt noch bei der Planung von drei weiteren Märkten (s. Infokasten). Er ist überzeugt, dass es dem Stadtteil guttun würde, mehr öffentliche Veranstaltungen dieser Art zu haben. "Die Idee passt gut zu Garath 2.0. Deshalb wurde der Antrag auch einstimmig in der Bezirksverwaltung angenommen", betont er.

Doch auch das beste Konzept nützt nichts, wenn es von den Menschen überwiegend nicht angenommen wird, meint Christoph Schwarz. Schwarz ist Sozialunternehmer und verkauft an seinem Stand viele hochwertige Handarbeitsartikel: "Die Aufklärung über Handarbeit auf dem Martinsmarkt läuft gut. Das Geschäft eher nicht", sagt er. "Normalerweise mache ich einen dreimal oder viermal so hohen Umsatz." Seiner Meinung nach liegt es an den besonderen Bedingungen in dem Stadtteil. "Viele Besucher kaufen sich lieber günstigere Taschen, obwohl ich teilweise bereits ab 40 Euro Lederware habe, die jahrelang hält", sagt er.

Auch andere Budenbesitzer haben ähnliche Erfahrungen gemacht, meint Kloft. "Eine Frau verkauft handgestrickte Schals für zehn Euro - ein Schnäppchen, sollte man meinen. Doch ein Teil der Besucher sagt, dass es lieber für noch weniger Geld einkauft", berichtet er. In diesem Fall könne er verstehen, wenn die Verkäuferin nächstes Jahr nicht mehr auf einem Markt im Stadtteil Garath ihre Ware anbieten möchte. Mit dem Schmuckstand verhält es sich ähnlich. Die Preise können dort nur nicht unter ein bestimmtes Maß gedrückt werden, da viele Produkte aus echtem Silber sind. Trotzdem sei der Martinsmarkt im Verhältnis zu anderen Düsseldorfer Märkten recht günstig, meint Kloft: "Zum Beispiel kostet hier der Glühwein nur 1,50 Euro. Normal sind etwa zwei Euro." Tatsächlich ist die Nachfrage am Glühweinstand größer. Das stimmt Santano Traber optimistischer, der den Stand mit seiner Familie betreibt: "Natürlich haben wir dieses Jahr Pech mit dem Wetter. Aber falls der Markt erneut stattfindet und wir angefragt werden, sagen wir nicht nein - im Gegenteil", meint Traber. Der Düsseldorfer findet es wichtig, dass der Stadtteil durch solch ein Angebot attraktiver gemacht wird.

Denkbar wäre auch eine Änderung des Konzepts. Obwohl in Garath viele Muslime wohnen, ist das Angebot auf Reibekuchen und Bratwurst beschränkt - für Menschen, die sich 'halal' ernähren, nicht gerade attraktiv. Doch bevor solche Details diskutiert werden, muss Kloft erst prüfen, ob er für einen zweiten Martinsmarkt tatsächlich genug Budenbesitzer findet.

Quelle: RP
 
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