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Garath
Tauben-Vertreibung beginnt Montag

Garath: Tauben-Vertreibung beginnt Montag
Immer wieder füttern Besucher des Einkaufszentrums in Garath die Tauben. Dabei ist dort das Füttern verboten und kann sogar mit einem Bußgeld geahndet werden. FOTO: Staschik, Olaf
Garath. Der Taubenschlag im Garather Hauptzentrum ist bezugsfertig. Kammerjäger wollen die Unterführung, in der sich die Vögel vorwiegend aufhalten, schließen. Mitglieder des Tierschutzvereins werden die Tiere in den neuen Schlag locken. Von Birgit Wanninger

Es ist ein unappetitliches Bild am Ende des Parkplatzes im Garather Hauptzentrum: Rund zwei Dutzend Tauben hocken gurrend auf dem Dach des Glashäuschens, über dem Fahrradstand. Das Glasdach ist vollkommen verschmutzt - mit Taubenkot.

Nur wenige Meter weiter balgen sich mindesten 30 Tauben um ein Brötchen, das entweder achtlos weggeschmissen wurde oder das zur "Fütterung" dort jemand hingeworfen hat. Die Plage nimmt in Garath zu. Noch mehr Tauben halten sich inzwischen im Hauptzentrum auf. Bezirksverwaltungschef Uwe Sandt geht davon aus, dass sich die Taubenpopulation bald reduziert.

Taubenplage 2013 in Eller: So sieht es vor Ort aus FOTO: Christine Wolff

Am Montag kommt der Kammerjäger. Zwei Wochen lang wollen Mitarbeiter einer Düsseldorfer Schädlingsbekämpfungsfirma die Unterkünfte der Tauben unter der Autobahnunterführung dicht machen. Vergrämen heißt das im Fachjargon. Drahtmatten, die zwischen den Dächern der Ladenlokale und der Autobahn angebracht werden, sollen dafür sorgen, dass es künftig für die Tauben dort kein Durchkommen mehr gibt. Denn die meisten Tauben haben es sich unter der Unterführung gemütlich gemacht. Dort ist es dunkel und warm. Das lieben die Tiere. Und es sind mehrere hunderte. Die meisten bekommt der Passant gar nicht zu sehen. Dafür aber ihre Hinterlassenschaft und den penetranten Gestank des Kots.

Die Schädlingsbekämpfer versuchen, die Tauben aus ihrer dunklen Unterkunft herauszuholen. Anschließend wollen sie die Unterführung so verschließen, dass sie nicht mehr dorthin zurückfliegen können. So wird auch der Tierschutzverein aktiv. Mitglieder des Vereins sorgen dafür, dass die Vögel einen neuen Unterschlupf finden.

Vorsitzende Monika Piasetzky erklärt: "Wir richten für die Tauben einen neuen Schlag ein." Und der steht in unmittelbarer Nähe zur Unterführung am Ende des Parkplatzes der Fritz-Erler-Straße, direkt hinter dem türkischen Lebensmittelladen. Es handelt sich um einen so genannten Taubenturm. Der ist so gut versteckt, dass der Passant ihn auf den ersten Blick gar nicht sieht. Der dunkelbraune Taubenturm sieht aus wie ein kleines Gartenhäuschen: mit einer Türe, allerdings ohne Fenster. Lediglich im oberen Teil sind drei flache, schmale Fenster, durch die die Tauben in das Haus fliegen sollen. Das Haus ist umgeben von Büschen und Sträuchern sowie einem mannshohen Zaun mit einem verschließbaren Eingangstor.

Die Tierschützer werden versuchen, die Tauben dorthin zu locken. "Wir werden sie zuerst anfüttern", sagt Vorsitzende Monika Piasetzky. Denn die Vögel sind heimattreu. Deshalb wurde der Taubenturm auch in unmittelbarer Nähe zur Unterführung aufgestellt. Was die Pflege der Vögel im Taubenturm betrifft, darum werden sich künftig ehrenamtliche Mitarbeiter des Tierschutzvereins kümmern. Sie tauschen beispielsweise die Tauben- gegen Gipseier aus, damit die Population sinkt. Einige echte Eier sollen aber im Taubenschlag bleiben, damit die Tiere sich dort um ihren Nachwuchs kümmern können und nicht im Einkaufszentrum herumfliegen.

Rund 50.000 Euro soll die Aktion kosten. Allein die Vergrämung durch den Schädlingsbekämpfer kostet rund 34.000 Euro. Davon zahlt die Karl-Kübel-Stiftung, Eigentümer der Gebäude unter der Unterführung, 52 Prozent, die Stadt übernimmt 48 Prozent. Außerdem zahlt die Stadt den Taubenturm und dessen Einzäunung. Das sind noch einmal 16.000 Euro.

Bezirksverwaltungschef Uwe Sandt hofft, mit dieser Maßnahme die Taubenplage endlich in den Griff zu bekommen. "Denn sonst haben wir demnächst ein Hygieneproblem", sagt er. Immer mehr Taubenkot befindet sich im Einkaufszentrum. Die Fußgänger müssen inzwischen schon Slalom laufen, um nicht in den Dreck zu treten. Außerdem halten sich die Tauben verstärkt direkt vor den Lebensmittelläden auf.

Vielleicht können Radfahrer ihr Rad ab November auch wieder an die Fahrradständer stellen. Dafür müsste aber das Glasdach so präpariert werden, dass sich dort keine Tauben mehr hinsetzen können.

Quelle: RP
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