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Gerresheim
"Den Menschen ein Gesicht geben"

Gerresheim. Der Förderkreis Industriepfad Gerresheim will die Industriegeschichte der Stadt erlebbar machen. Von Sophia Leuchten

Bezirksbürgermeister Karsten Kunert ist überzeugt, dass Düsseldorf weit mehr zu bieten hat als Schickimicki. "Düsseldorf war und ist eine Industriestadt", sagt er am vergangenen Samstag. Anlass ist das zehnjährige Bestehen des Förderkreises Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim (FKI) gewesen, der die Düsseldorfer Industriegeschichte erlebbar macht. Zu den größten Errungenschaften des FKI zählt die Rettung des letzten Düsseldorfer Ringofens sowie des historischen Gerresheimer Bahnhofs. "Von anfangs zehn Mitgliedern, zählen wir mittlerweile knapp über 100", sagt Peter Schulenberg aus dem wissenschaftlichen Beirat des FKI. Nun wurden die vielen Förderer und Helfer des FKI geehrt. 22 Porträts von Helfern wurden vor unterschiedlichen Kulissen angefertigt. Die Porträts schmücken 22 Geschäfte der Bender- und Heyestraße. Aufgenommen hat sie Künstlerin Veronika Peddinghaus, die die Menschen so darstellen wollte, wie sie sie kennengelernt hat. "Sie hat den Leuten ein Gesicht gegeben", sagt Karsten Kunert über die Fotografin. In Anlehnung an die 22 Stelen, die als Informationstafeln den Gerresheimer Industriepfad nachbilden, wurde die 22 auch für die Anzahl der Porträts festgelegt. "Wir haben uns absichtlich dazu entschlossen, die Porträts über zwei Straßen zu verteilen und nicht zentriert in einem Ort auszustellen. Ganz im Sinne des Industriepfads", erläutert Peter Henkel, Vorsitzender des Fachbeirats des FKI. Schulenberg betont, dass kaum einer wisse, dass Düsseldorf früher ein wichtiger Industriestandort war. Nicht nur in der Technik, sondern auch im sozialen Bereich. "Denkmäler müssen belebt werden", so Schulenberg. Im alten Ringofen werden mittlerweile Führungen zur Geschichte der Ziegelherstellung sowie Krimi-Lesungen abgehalten.

Auch das Feedback aus Gerresheims ist groß. "Von den Menschen hier wird unsere Arbeit hervorragend wahrgenommen", sagt Schulenberg. Die Akzeptanz ihrer Arbeit bestätigt sich auch darin, dass kein Geschäft die Ausstellung eines Porträts ablehnte. "Außerdem wurde eine der 22 Stelen von Bürgerspenden finanziert", sagt Franz Nawrath, der Vorsitzende des FKI. "Die drei wichtigsten Elemente des Förderkreis Industriepfad sind Zeit, Ort und Menschen", betont Nawrath. Damit spielt er auf die Umsetzung der Ideen und die Menschen, die dahinter stehen, an. Nawrath erklärt: "Da, wo das heutige Gerresheimer Rathaus steht, hat früher ein Kloster und danach eine Drahtfabrik gestanden. Heute ist hier eine Stele, die an die Zeit erinnert." Die Platzierung der Stelen sei vor zehn Jahren eine Idee gewesen. Auf die 22 bereits installierten Tafeln sollen zwei weitere folgen. Die Porträts der Helfer werden für vier Wochen ausgestellt. Im Herbst werden die Bilder sowie Fotografien weitere Helfer im Foyer des Gerresheimer Bahnhofs gezeigt.

Quelle: RP
 
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