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Gerresheim
Jung-Politiker wollen jüdisches Leben sichtbarer machen

Gerresheim. Nach der Idee eines Synagogen-Wiederaufbaus verfolgen die Politiker nun andere Ideen in Gerresheim. Von Semiha Ünlü

Mit ihrer Idee, das jüdische Leben im Stadtteil sichtbarer zu machen, ist die Junge Union (JU) in Gerresheim weitergekommen. Und das liege vor allem daran, dass man im Vorfeld die kontroverse wie provokante These aufgestellt habe, die Synagoge in Gerresheim wiederaufzubauen, sind sich Ulrich Wensel (JU-Bezirksvorsitzender) und Benedict Stieber (JU-Kreisvorsitzender) einig. Wäre man mit einer vergleichsweise kleinen Idee wie dem Nachzeichnen der Grundmauern an die Öffentlichkeit gegangen - die Synagoge war bei einem Brandanschlag 1984 so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass man sich für einen Abriss entschied - wäre man sicher nicht so erfolgreich gewesen, sagen die Beiden.

So haben die Politiker im Zuge der Debatte unter anderem Gespräche mit Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, geführt und die Idee erarbeitet, zum Beispiel mit einer Info-Tafel am jüdischen Friedhof und einem Spaziergang zu Punkten jüdischen Lebens im Stadtteil genau dieses wieder mehr in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. "Wir sehen uns als Motor, sehen es als unsere Aufgabe an, Diskussionen anzustoßen und den Stein ins Rollen zu bringen", sagt Benedict Stieber.

Das gelte zum Beispiel auch für die Idee eines Schwimmbads in Gerresheim. "Bei der Eingemeindung 1909 war das einer der Punkte, der mit der Stadt ausgemacht wurde", sagt Wensel. Da das Bäderkonzept der Stadt unter anderem vorsieht, das Bad in Flingern zu renovieren, was einem Neubau gleichkomme, "können wir auch über den Standort neu nachdenken", findet Wensel. So sei Gerresheim verkehrstechnisch gut angebunden und ein wachsender Stadtteil, so dass ein Schwimmbad durchaus sinnvoll wäre.

Quelle: RP
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