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Gerresheim
Sportfest für Alle

Gerresheim. Düsseldorfer Schulen traten zum fünften Mal in inklusiven Wettkämpfen gegeneinander an. Von Hanna Gerwig

Für Angelina ist es ein besonderer Dienstag. Normalerweise würde die Zehnjährige um diese Uhrzeit mit ihren Klassenkameraden in der Thomas-Edison-Realschule sitzen und dem Unterricht folgen. Ausnahmsweise jedoch sind die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch für einen Tag von ihrem Stundenplan verschwunden. Stattdessen sitzt Angelina in Trainingshose im Schneidersitz auf dem Rasen und nimmt einen tiefen Schluck aus ihrer Wasserflasche.

Zum insgesamt fünften Mal findet das inklusive Sportfest verschiedener Düsseldorfer Schulen auf dem Sportplatz des Poststadions in Gerresheim statt. Zehn Bildungseinrichtungen mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten sind mit ihren vierten und fünften Klassen auf der Veranstaltung vertreten. So auch die Rudolf-Hildebrandt-Schule, die ihren Fokus auf die sprachliche Förderung von Kindern legt, sowie die Martin-Luther-King- Schule, die sich besonders um die Emotionale und Soziale Entwicklung ihrer Schützlinge bemüht. Aber auch Schulen ohne eigenes Förderprogramm beteiligen sich an den sportlichen Wettkämpfen.

Damit die Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen die Möglichkeit haben, sich als Team zu begreifen, haben sie vor Beginn des Sportfestes eine Stunde Zeit ihrer Gruppe einen Slogan zu geben und ein eigenes Mannschafts-Shirt zu gestalten. Pro Schule ist je nur ein Teilnehmer in den einzelnen Gruppen vertreten. Die bunte Mischung soll helfen, sich schneller aufeinander einzulassen und einander kennenzulernen.

Angelinas Team hat sich gemeinsam den Namen "die Smileys" gegeben, auf den weißen T-Shirts der Kinder prangt ein großes lächelndes Gesicht. Sie kommen gut miteinander aus, von außen betrachtet merkt man nicht, dass sich die Gruppen eben erst gefunden haben. "Wir haben zusammen auch schon einiges geschafft", sagt Angelina und zeigt stolz einen Laufzettel, auf dem neben Disziplinen wie Dosenwerfen, Sackhüpfen und Medizinball-Weitwurf schon vier rote Häkchen gesetzt sind. Zwar treten die Teams an den verschiedenen Stationen gegeneinander an, trotzdem ist es nicht der Wettbewerbsgedanke, der im Mittelpunkt steht. Vielmehr soll es um das gemeinsame Erlebnis gehen, den Zusammenhalt in einer sehr heterogenen Gruppe und den Spaß am Sport. "Deshalb bekommt auch jedes Kind am Ende eine Urkunde", sagt Silke Winkelsträter, die als Inklusionskuratorin der Stadt Düsseldorf das Sportfest von der ersten Stunde an mitorganisiert hat.

Dass das Konzept gut funktioniert, ist mitunter auch daran abzulesen, dass sich die teilnehmenden Lehrer jedes Jahr wieder auf das Sportfest freuen.

"Mittlerweile sind wir ein gut eingespieltes Team", sagt Winkelsträter. "Ohne das Engagement der verschiedenen Lehrer und Institutionen wäre eine Veranstaltung wie diese gar nicht möglich." Winkelsträter selber unterrichtet an der Grundschule Flurstraße in Flingern. Fast alle auf dem Sportfest vertretenen Schulen, haben ihren Sitz in dem Stadtteil im Düsseldorfer Stadtbezirk 2.

Die Idee sei, neben dem Inklusionsgedanken, auch den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit in Flingern zu stärken, erklärt Silke Winkelsträter. Und das gelinge bisher wunderbar.

Nur eines findet Winkelsträter schade: Dass in den fünf Jahren des Bestehens des Sportfestes noch kein einziges Gymnasium an den Spielen teilgenommen hat. Die Hoffnung aufgeben möchte sie jedoch nicht: "Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr".

Quelle: RP
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