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Hassels
SPD fordert Investor zu Gesprächen auf

Hassels. Die Sanierung der Wohnungen in Hassels gehen weiter. Viele Bewohner sind Leistungsbezieher. Für Hartz-IV-Empfänger könnten die Wohnungen nach den angekündigten Mieterhöhungen zu teuer werden. Sie müssten dann ausziehen. Von Andrea Röhrig

Normalerweise sollten sich Mieter eigentlich freuen, wenn der Vermieter die Wohnungen energetisch saniert. Wer Dreck, Schmutz und Lärm überstanden hat, kann sich meist über gesunkene Heizkosten und einen gehobeneren WohnStandard freuen. Doch in der Hochhaussiedlung in Hassels-Nord, in der rund 3500 Menschen leben, ist alles anders.

Im Mai dieses Jahres hat der neue Eigentümer IWG GmbH mit der Sanierung der Wohnungen begonnen; noch immer sind nicht alle fertig. Immer noch müssen Mieter, deren Wohnungen gerade an der Reihe sind, während der Arbeiten ohne Heizung oder Badezimmer auskommen. Stattdessen müssen sie Waschräume aufsuchen, die in Container auf den Fläche vor den Häusern stehen.

Was allerdings jetzt schon feststeht ist, dass nach erfolgtem Umbau die Mieten steigen werden. Das hatte der neue Eigentümer den Bewohnern bereits schriftlich vor Beginn der Arbeiten mitgeteilt. Dabei ist die Rede von einem Anstieg von drei bis fünf Euro mehr pro Quadratmeter. Derzeit sind es 6,50 Euro.

Das könnte allerdings vor allem für Leistungsbezieher schwierig werden. Beim Job-Center hat man die Entwicklung in der Siedlung im Blick. Empfänger von Hartz IV bekommen in einem festgelegten Rahmen zusätzliche Unterkunftskosten - nach einem festgelegten Schlüssel. Danach darf die einer Einzelperson zustehende 50-Quadratmeter- Wohnung nur 407 Euro Bruttokaltmiete kosten. Diesen Wert hat die zuständige Stadt Düsseldorf erst vor etwa einem Jahr angehoben, da Wohnraum in der Landeshauptstadt immer weniger und immer teurer wird.

Bei einer Mieterhöhung nach erfolgter Sanierung durch die IWG würde für die Mehrzahl der Leistungsbezieher eine Wohnung in dem Gebiet von Potsdamer Straße und Stralsunder Straße nicht mehr im angegebenen Rahmen liegen. Wenn Mieten oberhalb der Grenze lägen, würde das für die Bewohner problematisch, sagt Jürgen Hennigfeld, Sprecher des Düsseldorfer Job-Centers, auf Anfrage unserer Redaktion. Normalerweise kommt dann als erster Schritt die Aufforderung durch die Behörde, die Kosten zu senken. Beispielsweise bei einer großen Wohnung durch eine Untervermietung eines Zimmers. Wenn es allerdings keine solchen Möglichkeiten einer Senkung von Kosten gibt, fordert das Job-Center den Mieter auf, sich in einer Frist von sechs Monaten eine neue, preiswertere Wohnung zu suchen. Im Notfall könne man diese Frist auch verlängern, sagt Hennigfeld, der Wert auf die Feststellung legt, dass die Behörde aber jeden Einzelfall prüfen werde, bevor eine Zahlung eingestellt werde. Doch noch liegt dem Job-Center kein einziger konkreter Fall vor. In einem Gespräch mit unserer Redaktion hatte der Anwalt des Eigentümers im Sommer mitgeteilt, dass erst wenn die genauen Sanierungskosten feststünden, genau ermitteln werde, in welcher Höhe die Kosten tatsächlich allein modernisierungsbedingt seien - die dürfen auf die Miete aufgeschlagen werden - und in welcher Höhe Instandhaltungskosten enthalten seien.

Doch so lange, bis die ersten Mieterhöhungen ins Haus flattern, will die SPD nicht warten. Sie hat jetzt per Pressemitteilung den Investor aufgefordert, die Rechte der Mieter zu achten. Die Genossen verweisen auf eine am 4. Mai im Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung einstimmig verabschiedete Resolution, in der der Investor dazu aufgefordert wurde, Mietererhöhungen zu vermeiden. Dass die Mieter nun der Gefahr ausgesetzt seien, ihre Wohnungen zu verlieren, sei nicht akzeptabel. Deshalb fordert die SPD die Verwaltung auf, zeitnah Gespräche mit dem Investor aufzunehmen, um gemeinsam mit den Bewohnern nach Lösungen zu suchen.

Quelle: RP
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