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Heerdt
Bürger wollen den Wandel mitgestalten

Heerdt: Bürger wollen den Wandel mitgestalten
Sven Holly, Astrid Wiesendorf, Clemens Sökefeld , Thilde Küppers, Marion Warden und Annette Anner (v. l.) im Gespräch mit den Bürgern. An der Wand Fotos der Ausstellung "Unsere Stadt im Wandel". FOTO: Anne Orthen
Heerdt. Die Evangelische Kirche Heerdt bietet eine Gesprächsreihe zu den Veränderungen im Stadtteil an. Von Heide-Ines Willner

Häuser werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt, auf Brach- und ehemaligen Industrieflächen entstehen neue Wohnquartiere, und durch die Ansiedlung eines zweiten Logistikzentrums wird der Lkw-Verkehr zunehmen. "Wir sind von dem, was auf uns zukommt, überwältigt", sagte Pfarrer Jörg Jerzembeck-Kuhlmann als er die Gesprächsrunde im Paul-Gerhardt-Haus eröffnete. Darin ist er sich mit vielen Heerdtern einig, die die Frage umtreibt, ob und wie sich die neuen Nachbarn integrieren lassen, und wie der Wandel zu verkraften ist.

Um eine Antwort bemühten sich die Gäste auf dem Podium: Thilde Küppers, alteingesessene Heerdterin, Annette Anner, Schulleiterin der Heinrich-Heine-Schule mit Teilstandort Pestalozzistraße, Marion Warden, Landtagsabgeordnete und Ortsvereinsvorsitzende der SPD Heerdt/Lörick, Astrid Wiesendorf (Grüne) und Sven Holly (CDU), beide Mitglieder der Bezirksvertretung 4. Moderator Clemens Sökefeld, Vorsitzender des Heerdter Bürgervereins, gab einige Themenschwerpunkte vor. Zum Beispiel:

Verkehr Eine unendliche Geschichte, die sich allermeist um den Lkw-Verkehr dreht. Schilder erschließen sich den auswärtigen Fahrern nicht, die von ihren Navigationsgeräten ins Heerdter Zentrum geleitet werden und dort nicht weiterkommen. Marion Warden: "Die Lkw sind mit Pkw-Geräten ausgestattet, die sich nicht für Lkw eignen." Es werde einen Modellversuch geben, um das zu ändern. Sökefeld mahnte zum x-ten Mal ein Lkw-Leitsystem an, hatte aber trotz Unterstützung durch die Bezirksvertretung bei der Verwaltung kein Glück. Bleibe nur, auf Speditionen einzuwirken, ihre Fahrer anzuleiten, wie Holly empfahl. Er kritisierte die Fehler der Vergangenheit, "mit denen wir jetzt leben müssen". Die Heerdter Landstraße würde heute nicht mehr so gebaut. "Den ÖPNV fördern", so die einhellige Meinung auf dem Podium. Beim Thema U75 allgemeines Seufzen. Denn oft stehen Fahrgäste an der Haltestelle und müssen sich fragen: "Kommt sie oder kommt sie nicht?". Sökefeld: "Die Rheinbahn sollte endlich die alten Züge abschaffen." Thilde Küppers: "Außerdem sind die Fahrpreise zu hoch."

Lärm und Feinstaub Das "heillose Chaos" am Handweiser ist immer wieder Thema. Diesmal ging es um Lärm und Feinstaubmessungen, die einige Heerdter mit Nachdruck fordern - bisher erfolglos. "Dann machen wir es eben selbst", so ein junger Vater. "Messgeräte können wir beschaffen", sagte Sökefeld. Marion Warden bemerkte: "Es ist wichtig, dort Messungen vorzunehmen, sie müssen allerdings qualifiziert sein." Es gebe Regeln, Privatleute seien damit überfordert. Froh sei sie über die Lärmschutzwand für die Kevelaerer Straße. Den Faden nahm Annette Klotz auf und brachte den Lärmschutz im Zuge des Anschlusses Böhlerstraße an die A52 ins Gespräch. Sie appellierte erneut, dass die Lärmschutzwand, anders als geplant, durchgängig am Ökotop entlang geführt werden sollte. "Um einen Schalltrichter zu vermeiden." Eine Heerdterin: "Das Ökotop sollte wertgeschätzt werden."

Schulen Annette Anner: "Ich bin stolz auf meine Schule, die eine der modernsten barrierefreien Einrichtungen ist." Froh sei sie, dass der Teilstandort Pestalozzistraße erhalten geblieben sei, sonst hätte sie nicht am Standort Heerdt vier Züge und 16 Klassen bilden können. "Ich jongliere, um auch in Zukunft die Kinder der Neubürger aufnehmen zu können." Einig waren sich die Politiker, dass geprüft werden sollte, ob eine weiterführende Schule, Gymnasium oder Gesamtschule, im Linksrheinischen möglich wäre.

Wohnen Mit Blick auf die alternde Bevölkerung wurden alternative Wohnformen in den Fokus gerückt.

Peter Leyendecker vom Vorstand des Vereins "Miteinander - Wohnen in Verantwortung" ist zwar auf offene Ohren beim Investor von RKM 741 gestoßen, aber: "Wir haben nichts Schriftliches", bedauert er.

Fazit Die Bürger baten die Verwaltung um mehr Offenheit und wollen bei den drastischen Veränderungen in ihrem Wohnort mehr mitreden.

Quelle: RP
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