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Heerdt
Pförtnerhäuschen für die Kunst

Heerdt. Unter dem Titel "Botschaften vom Planet Erde" zeigen 19 Fotokünstler ihre Arbeiten. Von Heide-Ines Willner

Für alle, die Industrieromantik kombiniert mit Kunst lieben, lohnt sich ein Spaziergang über die Wiesenstraße bis zur Hausnummer 72. Denn dort, wo einst Lkw anrollten, gewogen wurden und weiter die Brennstraße entlangfuhren, um ihre Rohstoffe am ehemaligen Spezialstandort für feuerfeste Steine auszuliefern, haben sich Künstler und Kreative niedergelassen, Büros und Ateliers eingerichtet.

Eine besondere Rolle spielt noch bis zum 13. März das Pförtnerhäuschen der ehemaligen Firma "Dyko". 19 Foto-Künstler haben es unter dem Motto: "Für Heerdt von Foto- Heerdt" mit ihren Arbeiten in eine andersartige Litfaßsäule verwandelt und rundum mit "Botschaften vom Planet Erde" bestückt. Georg Walenciak führt mit einem Spruchbanner in die Ausstellung ein, tritt sozusagen als Reiseführer durch die Galaxis auf. Vermittelt wird den Außerirdischen, dass Wasser auf der Erde Lebensgrundlage ist, dass es Religionen, Kulturen gibt und eine vielfältige Botanik. Die Heerdterin Angelica Colomine zeigt zum Beispiel stimmungsvolle Landschaftsimpressionen. In kräftigen Farben weisen ihre Fotos auf das sehr empfindliche Ökosystem Erde hin. "Es kann leicht kippen", sagt sie. Ihre Botschaft entschlüssele sich erst auf den zweiten Blick, klärt der bildende Künstler Wolfgang Spanier auf. Er, der ein Atelier auf dem Böhlergelände hat, ist Initiator der "Kunst am Pförtnerhäuschen". Die Exponate stammen alle von seinen Schülern quer durch alle Altersstufen. "Ich wohne in der Nähe und trage die Idee schon lange mit mir herum, die Wände (Fenster) des Häuschens mit Kunstwerken auszurüsten, die nach außen wirken sollen" erklärt er den ungewöhnlichen Ausstellungsort. Sie sind dann auch nur von außen zu betrachten, weil im Innenraum des Pförtnerhäuschens kein Platz fürs Publikum wäre. Denn dort befindet sich eine Mini-Holzwerkstatt für die benachbarte Musikschule "klang-vol." Inhaber Martin Schmidt hat das Häuschen erworben und der Künstlergruppe zur Verfügung gestellt.

"Mit der Ausstellung wollen wir auch auf den in Heerdt angesiedelten Künstlerstandort aufmerksam machen", so Angelika Colomine. Dadurch bekomme die Wiesenstraße wenigstens für die Dauer der Ausstellung einen heiteren Anstrich. Zumal gegenüber gerade ein neues Logistikzentrum aus dem Boden gestampft werde. "Wir hoffen auf viele Besucher, die die andere Seite von Heerdt kennenlernen wollen."

Quelle: RP
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