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Itter
Eine Familie im Schützenfieber

Itter: Eine Familie im Schützenfieber
Das Herz von Familie Stolz schlägt für das Schützenwesen in Itter: die Großeltern Annemarie und Tilo, Sohn Markus mit Frau Bianca und den Söhnen Luca und Noah sowie Sohn Alexander mit Freundin Judith - und Hund Fiete. FOTO: Jans-Jürgen bauer
Itter. Tilo und Annemarie Stolz führen die Traditionen des Schützenvereins in Itter weiter. Nun sind auch ihre Enkel Vereinsmitglieder. Und das bereits in der dritten Generation. Ab heute wird im Dorf gefeiert. Von Silja Thomas

Die Auffahrt zum Haus der Familie Stolz säumt ein geschmückter Torbogen. Daran befestigt ist ein Schild mit der Aufschrift "Pagenkönig Itter". Diese Nachwuchs-Königswürde hat aber natürlich weder Tilo noch seine Frau Annemarie errungen, sondern der elfjährige Enkel Luca. Bei Familie Stolz sind mit drei Generationen alle seit Kindheitstagen beim Schützenverein dabei. Der eingeheiratete Holthausener Tilo wurde 1970 durch seine Frau Mitglied des Itterer St. Hubertus Schützenvereins.

Über 35 Jahre war er dort Hauptmann der Freischützkompanie. "Damals, als ich aus Holthausen kam, kannte ich hier niemanden. Da war der Schützenverein gut, um Kontakte zu knüpfen. Aber erst musste ich mir mein Ansehen erarbeiten", erzählt er lachend. Seine Frau Annemarie ist zwar selbst kein Mitglied im Verein, ist aber durch ihren Vater früh an die Traditionen des Schützenwesens heran geführt worden. "Wir Kinder sind damals gerne zur Kirmes vom Schützenfest gegangen. Das war für uns sehr schön. Besonders als es plötzlich Autoscooter gab", erzählt Annemarie Stolz.

Auch ihre beiden Söhne Alexander und Markus waren durch ihren Vater Tilo seit Kindestagen dabei und übten bereits mehrere Ämter aus. "Markus musste beruflich für ein paar Jahre nach Thailand und Südafrika", sagt Tilo und seine Frau fügt lachend hinzu: "Aber wenn das Schützenfest stattfand, war er mit seiner Familie immer in Deutschland". Auch die beiden Enkel Luca (11) und Noah (8) gehen seit vielen Jahren beim Schützenumzug mit; seit diesem Jahr sind sie in der Freischützkompanie angemeldet.

Alle Familienmitglieder wohnen im Stadtteil Itter; nah beieinander. Die Großeltern wohnen im mittleren Haus, der eine Sohn in der unteren Etage des Hauses, der andere im Haus gegenüber. "Dieses Drei-Generationen-Wohnen gibt es nicht mehr häufig", sagt Stolz. Aber der Stadtteil Itter sei generell sehr klein und dörflich. "Wir finden es schön, dass Itter seinen Dorfcharakter beibehalten hat", sagen die Eheleute. Hier kenne jeder jeden. Für die Familie Stolz ist das Schützenwesen ein prägender Teil ihres Lebens. "Wenn man seit jungen Jahren dabei ist, bekommt man viele Traditionen mit, schließt langjährige Freundschaften und bekommt Werte vermittelt", sagt Annemarie Stolz. Natürlich gebe es innerhalb der Kompanie auch mal Streitereien, aber auch diese gelte es gemeinsam zu überwinden. Diese prägenden und schönen Erinnerungen haben die Eheleute an ihre Kinder weiter geben wollen. In den Schützenverein komme man eben über die Eltern. "So wird es von Generation zu Generation weitergegeben", ergänzt ihr Mann.

Das Schützenwesen schließe nicht nur das Schützenfest, den Festumzug und die Kirmes mit ein. Der Verein beteiligt sich an der Umsetzung des Karnevalszuges in Itter, hat mehrere Jahre einen kleinen Weihnachtsmarkt organisiert und hat soziale Projekte wie die Aktion "Lichtblicke" unterstützt. "Auch das macht das Schützenwesen aus, das Engagement für soziale Projekte", sagt Tilo Stolz. Trotzdem sei es manchmal schwer, den Nachwuchs zu fördern. "Die meisten jungen Leute kommen wie bei uns über die Eltern und Großeltern zum Schützenwesen", erklärt er: "Wir möchten auch, dass diese Tradition beibehalten wird."

Quelle: RP
 
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