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Kaiserswerth
Ins Freibad bei sechs Grad

Kaiserswerth. Zuerst konnte das Wasser im Kaiserswerther Freibad nicht richtig erwärmt werden, nun herrschen draußen winterliche Temperaturen. Die Kaiserswerther lassen sich aber von ihrem Schwimmvergnügen nicht abbringen. Von Julia Brabeck

Das Thermometer zeigt sechs Grad an, aber dank eines eisigen Windes fühlt sich die Luft noch viel kälter an. Das hält aber Sabine Klügge nicht davon ab, mit einer anderen Schwimmerin munter plauschend ihre Bahnen im Kaiserswerther Freibad zu ziehen. "Das Wasser ist warm und wir haben bei solch einem Wetter ganz viel Platz. Nur der Weg zur Dusche ist etwas unangenehm", sagt die Wittlaererin. Auch Susanne Weiffen lässt sich von winterlichen Verhältnissen nicht beeindrucken. "Ich bin fast jeden Tag im Freibad, weil das einfach gesund ist", sagt die Kaiserswertherin. Sie geht zudem davon aus, dass der Sport auf Dauer abhärtet.

Eine besondere Gelegenheit dazu gab es in der letzten Woche. Aufgrund eines Rohrbruchs an einer Hauptwasserleitung konnte erst mit einigen Tagen Verspätung in diesem Jahr die Freibadsaison eröffnet werden. Dann dauerte es länger als erwartet, bis das Wasser auf die üblichen 26 Grad erwärmt werden konnte. "Am ersten Tag betrug die Wassertemperatur nur 18 Grad. Aber unsere Stammkunden waren dennoch da und sehr froh, wieder an der frischen Luft schwimmen zu können", sagt Badleiterin Birgit Kowald. Allerdings seien die Schwimmeinheiten etwas kürzer ausgefallen als sonst.

Inzwischen ist das Wasser aber aufgeheizt und deshalb werden seit gestern auch alle Schwimmkurse durchgeführt. "Dafür bauen wir ein Zelt als Sammelkabine auf, das näher an den warmen Duschen als die Umkleidekabinen steht. Außerdem haben wir bereits im Winter neue Neoprenanzüge angeschafft, damit die Kurse bei jedem Wetter stattfinden können, die Teilnehmer bei kühlerem Wetter nicht die Freude verlieren." Solch niedrige Temperaturen mit Schneefall hat Kowald in ihren acht Jahren als Badleiterin aber noch nie erlebt. "Wir können uns aber darauf einstellen, beim Training zum Beispiel darauf achten, dass die Schultern immer unter Wasser bleiben und sich die Teilnehmer mehr bewegen."

Die Kurse sind sehr beliebt und reichen von der Wassergewöhnung über Tauchtraining bis hin zu Aquajogging. Sie sind zudem eine wichtige Einnahmequelle für den Verein "Flossen weg", der das Bad seit über 20 Jahren in Eigenregie betreibt. Er ist auf die 75.000 Euro Zuschüsse der Stadt Düsseldorf, die Beiträge seiner rund 2000 Mitglieder, Spenden und Sponsoren angewiesen ist. Denn die laufenden Kosten für das 1935 erbaute Bad, also Energie, Wasser, Personal und die Müllgebühren, belaufen sich auf etwa 210.000 Euro. Zudem werden immer wieder Anschaffungen getätigt, um das Bad attraktiv zu gestalten. Dazu gehörten in der letzten Saison etwa ein Spielschiff für den kleinen Spielplatz und neue Liegestühle. In diesem Winter wurden beispielsweise die Toiletten modernisiert, sowie der gesamte Abwasserkanal und die Stromversorgung erneuert. "Wir sind deshalb froh, dass der Flughafen ein neuer Sponsor ist und die Renovierung des Kassenhäuschens finanziert. Wir hoffen, dass dieses Engagement fortgesetzt wird" sagt Bad-Sprecher Alexander Hartmann.

Fünf Monate lang hat die Sportstätte, die traditionell die erste in Düsseldorf ist, welche die Freibadsaison einläutet, nun geöffnet. Neben dem Badevergnügen werden dort auch noch zusätzliche Angebote wie das Lichterschwimmen bei Kerzenschein oder eine Übernachtungsparty gemacht. Am 10. September wird das Saisonende mit einem großen Abschlussfest gefeiert. "Wir hoffen jetzt alle auf ideales Freibadwetter und eine gute Saison."

Quelle: RP
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