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Mörsenbroich
Café Eden soll Integration erleichtern

Mörsenbroich. Unter dem Motto "Flüchtlinge sind hier willkommen" öffnet das Düsseldorfer Schauspielhaus jeden Montag ein Café im Foyer des Jungen Schauspiels. Die Premiere war bereits gut besucht. Von Julia Brabeck

Ein Ort der Neugier, der freundlich-friedlichen Begegnung und Bewirtung für Geflüchtete und Nichtgeflüchtete soll das Café Eden werden. Zumindest gestern konnte dieser Anspruch erfüllt werden, denn zahlreiche Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen, Düsseldorfer und Neubürger, Alt und Jung, tummelten sich vor dem Jungen Schauspiel und im Foyer an der Münsterstraße. Dort will das Düsseldorfer Schauspielhaus jeden Montag von 15 bis 22 Uhr seine Türen für das Café Eden öffnen.

"Theater hat eine gesellschaftliche Verantwortung und wir wollen die Gesellschaft mitgestalten", sagt Stefan Fischer-Fels, Leiter Junges Schauspiel. Dafür haben sich die Organisatoren viel vorgenommen. Der Nachmittag wird stets den Kindern und Familien gewidmet. Ein Basteltisch, eine gemütliche Bücherecke und Spielworkshops gehören zum Angebot. Am frühen Abend soll es Vorträge, Informationen und Diskussionen über das Leben in der Stadt Düsseldorf geben. "Dabei geht es vor allen Dingen darum, Gemeinsamkeiten zu finden und nicht darum Probleme zu betonen", sagt Fischer-Fels. Danach steht Kultur auf dem Programm. Es wird Darbietungen wie Lesungen und Musik geben, die Gäste sollen aber auch auf der Bühne aktiv werden oder sich in anderen Bereichen einbringen können.

"Für uns ist das eine Chance, neue Leute kennenzulernen, die nun auch ein Teil der Stadt sind. Ich hoffe, Künstler und Experten für bestimmte Themen zu treffen", sagt Fischer-Fels. Er kann sich vorstellen, dadurch Anregungen zu erhalten, aus denen später Theaterstücke entstehen. "Das Projekt Café Eden wird aber nur funktionieren, wenn auch die Düsseldorfer kommen und den Austausch fördern."

Das sieht die Künstlerin Inge Schmitz-Laaf ähnlich. Die 82-Jährige ist aus Unterrath gekommen, um sich das Angebot anzuschauen. "Ich bin immer interessiert an alternativen Projekten und finde den Austausch sehr wichtig. Ich hoffe, es kommen immer viele Menschen hierher. Ich werde jedenfalls wiederkommen." Das will auch die 28-jährige Hawznen. Sie lebt seit einem Monat mit ihren beiden kleinen Söhnen in der Traglufthalle an der St.-Franziskus-Straße und strahlt über das ganze Gesicht, als sie gefragt wird, wie ihr Café Eden gefällt. "Ich bin begeistert, wie respektvoll, nett und freundlich die Menschen hier zu mir sind", lässt sie von der Theaterpädagogin Matin Soofipour übersetzen. Denn das ist noch ein Problem im Café. Die Verständigung ist zum Teil schwierig, Sprachkurse gehören deshalb künftig zum Angebot.

Leichter haben es da scheinbar die Jungen und Mädchen, die einfach so, ungeachtet der verschiedenen Sprachen, miteinander spielen. "Ich habe heute schon viele neue Kinder kennengelernt", sagt der sechs Jahre alte Safouan, der neben dem Jungen Schauspiel wohnt. Gisela Schönberg, die für die Diakonie ehrenamtlich Flüchtlingsfamilien betreut, kann deshalb das Angebot ihren Schützlingen empfehlen.

Quelle: RP
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