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Oberbilk
Düsselgrün stellt seine neue Bleibe vor

Oberbilk. Vergangene Woche musste der Gemeinschaftsgarten der Initiative Düsselgrün umziehen. Das neue Areal an der Stahlwerkstraße soll nun belebt werden. Gestern konnten sich Besucher den neuen Garten anschauen. Von Julia Brabeck

Ein Umzug von einem ganzen Garten hört sich zunächst schwierig bis unmöglich an. Dass das aber funktionieren kann und sogar in nur fünf Stunden zu bewältigen ist, hat die Initiative Düsselgrün vor einer Woche bewiesen. Der bisher an der Haifastraße angesiedelte Gemeinschaftsgarten musste seinen Standort aufgeben, denn das Grundstück wird 2016 bebaut. Mit Hilfe der Stadt, bei der die Initiative auch Wünsche anmelden durfte, konnte aber eine neue Bleibe an der Stahlwerkstraße im Umfeld des Hauptbahnhofes gefunden werden. Die liegt in unmittelbarer Nähe des bisherigen Standortes und ist von dort fußläufig erreichbar.

"Der für die neue Fläche vereinbarte Nutzungsvertrag ist unter Federführung des Gartenamtes erarbeitet worden und der erste seiner Art in Düsseldorf. Von der Fortführung der Arbeit der Initiative "Offener Gemeinschaftsgarten Düsselgrün" geht auch ein positiver Impuls für vergleichbare Projekte in unserer Stadt aus", sagt Gründezernentin Helga Stulgies. Deshalb wurde der Gemeinschaftsgarten im vergangenen Jahr auch mit dem Umweltpreis der Stadt ausgezeichnet. Die Stadt hofft nun, dass die bisher unbelebte Fläche durch den Umzug des Gemeinschaftsgartens zu einem offenen und lebendigen Ort des Miteinanders wird.

Bei mehreren Treffen hatte ein Orga-Team von Düsselgrün den Umzug minuziös vorbereitet. Am Umzugstag kamen aus ganz Düsseldorf ehrenamtliche Helfer, um mit anzupacken. "Mit Eurer guten Laune und der Wir-machen-das-Mentalität habt Ihr uns physisch wie psychisch wunderbar aufgebaut und unterstützt", bedankt sich die Initiative.

Ohne schweres Gerät ging die Aktion aber nicht über die Bühne, denn viele Tonnen Erde mussten bewegt werden. Heinrich Hannen vom Bioland-Bauernhof Lammertz in Kaarst und die Jugendberufshilfe Düsseldorf setzten Trecker, Gabelstapler und Anhängern ein und fuhren auch die Hochbeete in den neuen Garten. Ihnen folgten die vielen Helfer mit Schubkarren, Einkaufswagen und Fahrradanhängern, um Blumentöpfe, Pflanzen, eine Kräuterspirale, eine Sitzecke, Gießkannen und Werkzeuge zum neuen Standort zu schaffen. Aus dem Umzug machte Düsselgrün ein fröhliches Event, der von der Musikgruppe "Rhythms of Resistance" begleitet wurde.

Gestern konnten Interessierte erstmals den neuen Garten besichtigen. In dem gibt es noch viel zu tun, bevor dort wieder viele Gemüsesorten und Blumen wachsen können und sich das Brachland in eine grüne Oase verwandelt. Die Initiative sucht deshalb Gleichgesinnte, die helfen, neue Ideen zu entwickeln und auch tatkräftig mit anpacken. Denn die Initiative, die vor gut drei Jahren entstand, besteht aus Ehrenamtlichen unterschiedlichsten Alters und Hintergrundes aus der näheren und entfernteren Nachbarschaft. Bei den regelmäßigen, für jeden offenen Gartentreffen werden gemeinsam ökologisch nachhaltige Anbaumethoden erprobt und vermittelt. So versteht sich der Gemeinschaftsgarten Düsselgrün als offener Ort für Wissensvermittlung und Umweltbildung, aber auch als ein kultureller Ort des Austausches und des Miteinanders.

So fanden dort im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen wie Lesungen, Gartenfeste oder Vorträge statt. Mit Aktionen und Workshops beteiligte sich die Initiative an vielen Veranstaltungen in der Stadt, wie beispielsweise am 40 Grad Urban Art Festival, am Zakk-Straßenfest oder zuletzt am Good Food Festival. Besucher können sich aber auch immer bei der Aktion "Offene Gartenpforte" vor Ort über das erfolgreiche Projekt informieren.

Quelle: RP
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