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Pempelfort
Die Nordstraße auf dem Prüfstand

Pempelfort: Die Nordstraße auf dem Prüfstand
Ein alltägliches Bild auf der Nordstraße: Ein Auto parkt auf den aktuell stillgelegten Straßenbahnschienen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Pempelfort. Ein totes Teilstück, das zur Fußgängerzone werden könnte, eine Fugängerzone, deren Durchfahrtsverbot missachtet wird, und ein Streckenabschnitt, auf dem zu schnell gefahren wird - die SPD im Stadtbezirk regt eine Neuregelung an. Von Marc Ingel

Die Nordstraße ist neben der Münsterstraße die wichtigste Einkaufsmeile für die Stadtteile Pempelfort, Derendorf und Golzheim. Sie bildet jedoch in ihrer Verkehrsinfrastruktur ein Stückwerk ab: Vom Dreieck bis zur Mauerstraße gibt es eine Fußgängerzone, dahinter darf bis zur Duisburger Straße normal gefahren werden, das Reststück bis zur Fischer-/Kaiserstraße wiederum stellt seit dem Abriss des Tausendfüßlers einen Sonderfall dar: Auf dem von Autos ohnehin kaum genutzten Teilstück fahren die Straßenbahnen aktuell nur in Richtung Innenstadt, in Richtung Rath nutzen sie eine Ausweichstrecke. Das führt dazu, dass Autofahrer zum Teil kein Problem darin sehen, auf diesem Abschnitt in zweiter Reihe auf den Schienen zu parken.

Vor diesem Hintergrund regt die SPD vor der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung 1 im Rathaus (14 Uhr) an, darüber nachzudenken, den Individualverkehr auf der Nordstraße neu zu regulieren. Moira Obendorf, Neuzugang für die Sozialdemokraten im Stadtteilgremium, ist zunächst einmal ein fortwährender Verkehrsverstoß ein Dorn im Auge: "Das Durchfahrtverbot im Bereich der Fußgängerzone am Dreieck wird von vielen Autofahrern missachtet, das ist von Anwohnern schon des öfteren angemahnt worden", fordert sie in der Konsequenz von der Verwaltung, geeignete Maßnahmen dagegen zu erarbeiten.

Auf den ersten Blick gewagt erscheint der Vorstoß, das letzte Teilstück der Nordstraße vor Kaiser- und Fischerstraße ebenfalls zu einer Fußgängerzone zu deklarieren. "Um den Charakter einer Einkaufsstraße zu stärken, wäre es durchaus denkbar, auch an dieser Stelle nur noch Lieferverkehr sowie die Zufahrt zu den Garagen zuzulassen", sagt Obendorf. Den Wegfall der ohnehin nur wenigen Parkplätze hält sie für vertretbar, da gleich drei Parkhäuser - Dreieck, Duisburger- und Fischerstraße - in unmittelbarer Nähe fußläufig erreichbar seien. Allerdings würde sie zumindest vor dem Sanitätshaus eine Kurzparkzone für Behinderte befürworten.

Moira Obendorf ist überzeugt davon, dass eine solche Neuregulierung des Straßenraums nicht nur diesem Abschnitt, sondern der gesamten Nordstraße guttun würde. Aufenthaltsqualität und das Einkaufserlebnis würden steigen. Mit Einführung der Wehrhahnlinie am 21. Februar sollen die Straßenbahnlinien 701 und 705 (vorher 715) wieder in beide Richtungen über die Nordstraße fahren. Sollten ihre Vorschläge umgesetzt werden, könnte die Nordstraße in etwa den Charakter der Einkaufsstraße in der Neusser Innenstadt erlangen. Obendorf: "Dort ist es perfekt geregelt."

In der Folge wäre es zudem überlegenswert, auf dem Reststück der Nordstraße zwischen Duisburger Straße und Dreieck ein Tempolimit von 30 km/h einzuführen. "Es gibt auf diesem Abschnitt ein langes Stück ohne Möglichkeit, die Straße an einer Ampel zu überqueren - was gerade für ältere Menschen oder Kinder ein hohes Risiko darstellt, wenn die Autofahrer dort mit überhöhter Geschwindigkeit fahren." Außerdem sei genau dieser Wunsch bei der "Op Jöck"-Tour, bei der die Bezirksvertreter die Anregungen der Bürger sammelten, mehrfach von Anliegern vorgetragen worden.

Quelle: RP
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