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Serie Düsseldorfer Plätze
Keine Angst auf dem Frankenplatz

Serie Düsseldorfer Plätze: Keine Angst auf dem Frankenplatz
Elisa Marie (6) und ihr Bruder Noah (8) spielen auf dem Frankenplatz. Er gehört zu den gepflegtesten Plätzen in der Stadt. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Es gibt Parks und Plätze im Düsseldorfer Stadtgebiet, die will man nicht mal bei Tageslicht betreten. Der Frankenplatz in Derendorf gehört nicht dazu. Er ist sauber, gepflegt und hat auch wieder eine Toilette. Von Niicole Scharfetter

Derendorf Kurz bevor die Laternen angeschaltet werden, kommt Anna Maier-Bode mit ihrem Sohn Felix zum Frankenplatz. Der Junge ist zwei Jahre alt und wollte unbedingt noch mal raus zum Spielen, obwohl es wirklich usselig ist. Felix weiß genau, wo der Sandkasten steht und steuert mit seinem kleinen Spielzeugbagger munter drauf los. Plumps, er lässt sich fallen in den Sand und schaufelt drauf los. Anna Maier-Bode hat kein ungutes Gefühl, so spät noch auf den Spielplatz zu gehen. Vielmehr macht ihr das Wetter zu schaffen, hätte Felix nicht gewollt, wäre sie drin geblieben.

Es gibt Orte in Düsseldorf, die einem ein unbehagliches Gefühl bereiten. Wenn es langsam dunkel wird und man lieber den Umweg in Kauf nimmt, anstatt die Abkürzung durch den Park oder über den Platz zu nutzen. Wo es niemanden gibt, der einem hilft, wenn etwas passiert, wo dubiose Gestalten noch dubiosere Dinge austauschen oder man von Betrunkenen angepöbelt wird.

Aber der Frankenplatz, der gehört nicht dazu. Auf dem Frankenplatz fühlt man sich sogar im Winter wohl, wenn das Wetter trüb ist, es um 16 Uhr duster wird und die Menschen, die einem begegnen so dick eingemummelt sind, dass man nur zwei eng zusammengekniffene Augenschlitze erkennen kann. Auf dem Frankenplatz kann eine junge Mutter wie Anna Maier-Bode noch in der Dämmerung mit ihrem Sohn zum Spielen kommen. Auf dem Frankenplatz ist immer was los, auch wenn die meisten Menschen nur schnell vorbeihuschen, um rasch nach Hause zu kommen.

So wie Ostara Müller, die noch eine Runde mit ihrem Pflegehund Kessy um den Block dreht. Sie wohnt seit eineinhalb Jahren in Derendorf, ganz in der Nähe des Platzes, und sie ist bewusst in den Stadtteil gezogen, weil ihr die Gegend mit dem Platz schon immer gefiel, "obwohl er bei Orkan Ela schon sehr gelitten hat", sagt Müller. Sie schaut sich um, versucht sich vorzustellen, wie es vor dem Pfingstunwetter gewesen ist: "Wissen Sie was, ich erinnere mich nicht mal mehr, wo die Bäume standen", sagt sie.

Drei mussten gefällt werden, "bei 14 gab es eine Kronenpflege", erklärt Eliane Vogt, Leiterin der Bezirksvertretung 1. "Jetzt müssen wir abwarten, wie sich die Bäume im Frühjahr entwickeln." Man habe sich bei der Stadt bemüht, so schnell wie nur möglich wieder für normale Zustände auf dem Frankenplatz zu sorgen. Und das ist gelungen. Das Gras ist gemäht, das Laub gekehrt, Müll liegt nicht herum.

Auch das macht den Frankenplatz zu einem schönen Ort, an dem man gern ist, auf dem es seit dem vergangenen Frühjahr sogar wieder eine Toilette gibt - die aber nur von Ostern bis Oktober geöffnet wird -, und für den sich die Bezirksvertretung einsetzt. Dort überlegt man, ob man unter dem Platz eine Quartiersgarage bauen könnte, um die Parkplatznot im Viertel zu reduzieren. Bedingung sei, "dass keine Bäume gefällt werden müssen", sagt Eliane Vogt.

Das Viertel um den Frankenplatz ist beliebt, bei Hakim Ezzine vom "Kiosk am Frankenplatz" zum Beispiel, der das kleine Ladenlokal seit einigen Monaten betreibt. "Der Platz hat mich angesprochen", sagt er. Die Gegend sei ruhig, die Menschen anständig. Jetzt ist er gespannt auf den Sommer, auf die warmen Tage, auf die Menschen, die zum Platz kommen, auf den Umsatz, den er machen wird.

"Es ist ein bisschen wie in Berlin hier", findet Maier-Bode, die lange in der Hauptstadt gelebt hat. Die Häuser, die Gastronomie - eignetlich perfekt. Verbesserungsvorschläge für das Viertel mit dem Frankenplatz gibt es eigentlich keine, nur einen Café-Stand auf dem Platz würde sich Anna Maier-Bode wünschen. "Das wär schon cool."

Quelle: RP
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