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Stadtmitte
Mehr Wohnen im Hochhaus möglich

Stadtmitte. Nach einem Antrag der Grünen in der Bezirksvertretung 1 soll in dem 14-stöckigen Turm, der an der Ecke Oststraße und Immermannstraße gebaut werden soll, nun doch schon ab dem dritten Obergeschoss Wohnen realisierbar sein. Von Marc Ingel

Für den anstelle des alten Franziskaner-Klosters an der Oststraße geplanten Wohnkomplex mit einem imposanten 14-stöckigen Hochhaus an der Ecke Ost- und Immermannstraße könnten jetzt womöglich doch weit mehr Wohneinheiten realisiert werden als die ursprünglich vorgesehenen 138. Denn bisher galt es eigentlich als sicher, dass in dem 50 Meter hohen Turm wegen der Lärmbelastung und einer entsprechend schlechten Luftqualität allenfalls ab der zwölften Etage Wohnen möglich ist. Darunter war bisher lediglich Büronutzung mit einer geschlossenen Fassade und künstlicher Belüftung vorgesehen. Fenster könnten sich demnach nur in den Innenhof öffnen lassen, erläuterte gestern in der Sitzung der Bezirksvertretung 1 noch einmal Planungsexperte Dirk Baackmann: "Für eine Wohnnutzung in den unteren Stockwerken würde man nie einen Projektentwickler finden." Dennoch: Zweidrittel der annähernd 20.000 Quadratmeter Gesamtfläche bleibe der Wohnnutzung vorbehalten.

Grundsätzlich möglich sei Wohnen weiter oben in dem Turm aber schon, begründete Kira Heyden einen Änderungsantrag der Grünen für den Bebauungsplanentwurf, eine Wohnnutzung ab dem dritten Obergeschoss prinzipiell sicherzustellen, da allein Vermarktungsinteressen für eine gewerbliche Nutzung sprechen würden. Eine rechtliche Grundlage für eine anderslautende Festsetzung gebe es in der Tat nicht, räumte Baackmann ein. Die FDP versuchte, den Vorstoß noch abzuschwächen, in dem sie erst ab der sechsten Etage Wohnungen zulassen wollte, doch eine deutliche Mehrheit folgte letztlich dem Antrag der Grünen. Dieser Beschluss dürfte Investor Pandion nicht gefallen.

Baackmann konnte darüber hinaus weitere Details zu dem Bauprojekt, dem ersten in Düsseldorf, bei dem während des Planungsprozesses das Handlungskonzept Wohnen zum Tragen kam, nennen. Demnach sollen von den 138 Wohneinheiten exakt 21 Prozent sozial gefördert und 19 Prozent preisgedämpft realisiert werden. Aus dem Rest sollen Eigentumswohnungen entstehen. In zwei Etagen sind betreute Wohngruppen geplant, im Erdgeschoss an der Klosterstraße soll eine Tagespflege einziehen, zudem sei dort "ergänzender Einzelhandel" (auch Bäcker und Restaurant) vorgesehen, so Baackmann.

Das städtebauliche Konzept sieht zudem die Schaffung eines ruhigen Innenhofes mit hoher Aufenthaltsqualität vor. Die Gestaltung der Freiflächen im Blockinneren werde den unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnissen der Bewohner gerecht. So entstünden private Gärten, Aktionsflächen, Aufenthaltsbereiche, Gemeinschaftsflächen mit Sitzmöglichkeiten und einzelnen Spielobjekten für Kleinkinder. Die erforderlichen Stellplätze sollen in einer eingeschossigen Tiefgarage entstehen, die über die Klosterstraße angefahren werden kann.

Die auf dem Baugrundstück vorhandenen Bäume müssen weichen, da die heutigen Bestandsbäume überwiegend zentral im Plangebiet angeordnet sind. Auch die Bäume im heutigen Klostergarten stehen aufgrund der Errichtung der Tiefgarage und der oberirdischen Baukörper im Weg.

Quelle: RP
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