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Stadtmitte
Neuer Kunstraum in leerstehendem Ladenlokal

Stadtmitte: Neuer Kunstraum in leerstehendem Ladenlokal
Moritz Fiedler, Wanda Koller, Frank Förster und Ralph Hauser (v.l.) zeigen aktuell ihre Kunst am Worringer Platz. FOTO: Anne Orthen
Stadtmitte. Die Eltern von Walter Rudolph haben in dem Geschäft am Worringer Platz 5 einst Herde und Öfen verkauft. Es folgten Läden für Textilien und Messingmöbel sowie ein Sanitärhandel. "Die Mietzeiten wurden immer kürzer und mit einem Internetcafé, das ein eher zwielichtiges Klientel anlockte, war dann der Tiefststand erreicht", berichtet Rudolph, dessen Familie seit fünf Generationen im Besitz des Hauses an jenem Platz ist, wo eigentlich keiner Besitz haben will. Denn trotz Bemühungen der Stadt, den Worringer Platz aufzuwerten, prägen mehr denn je Junkies, Alkoholiker und Obdachlose das Bild. Rudolph war es vor diesem Hintergrund leid, sich neue Mieter zu suchen, "die Familie war sich einig, das Ladenlokal erst einmal leerstehen zu lassen". Zwei Jahre lang war das so, jetzt hat Rudolph eine neue Nutzung für das Objekt gefunden. Er macht es - zurückversetzt in seinen Urzustand von 1958 - zu einem Kunstraum. Wechselnde, vor allem junge Künstler sollen hier ein Forum finden, wo sie ihre Werke ausstellen können. "Für alles andere ist das Umfeld hier einfach zu instabil", so Rudolph. Von Marc Ingel

Mit Ralph Hauser, Moritz Fiedler, Frank Förster und Wanda Koller hat sich ein Quartett gefunden, das nun die erste Ausstellung am Worringer Platz 5 durchführt. Alle vier Künstler beschäftigen sich mit Objekten und Installationen, die speziell für diesen ungewöhnlichen Raum mit der rauen Fassade angefertigt wurden. Sie spielen dafür mit neu erfundenen Worten, wie der Titel "Escape, Kong, Forte, Vio" schon erahnen lässt. "Das Wandern durch diese Ausstellung soll eine sinnliche Annäherung an die individuelle Kunst eines jeden von uns sein", erklärt Wanda Koller.

Walter Rudolph kann sich gut vorstellen, dass die jetzige Lösung eine von Dauer ist, zum nächsten Photo Weekend gebe es bereits Planungen, den Erdgeschossraum wieder zu bespielen. Hier, ausgerechnet am ungeliebten Worringer Platz, Kunst zu installieren, versteht er als Aufwertung, "auch wenn das natürlich nur eine kleiner Schritt sein kann".

Die aktuelle Ausstellung läuft noch bis zum 12. November. Zwar ist am Wochenende immer jemand zugegen, ein Besuch nach vorheriger telefonischer Ankündigung unter 01573/7253620 empfiehlt sich trotzdem.

Quelle: RP
 
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