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Unterrath
Kirche soll Gemeindezentrum werden

Unterrath: Kirche soll Gemeindezentrum werden
Die Pauluskirche am Diezelweg soll umgebaut werden. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Unterrath. Um die evangelische Gemeinde Unterrath für die Zukunft fit zu machen, sind einschneidende Veränderungen notwendig. Gebäude fallen weg oder werden umgenutzt. Von Julia Brabeck

Um Kräfte und Ressourcen zu bündeln, wird sich ab 2020 das Gemeindeleben der Kirchengemeinde Unterrath/Lichtenbroich auf den Standort am Diezelweg konzentrieren. Ein Gutachten, das dem Presbyterium nun vorgestellt wurde, hat ergeben, dass es am Sinnvollsten sei, dafür die dortige Pauluskirche in ein Gemeindezentrum umzubauen. Diese wird längerfristig nicht mehr als Gotteshaus benötigt, da die Gottesdienste künftig alle in der Petruskirche an der Straße Am Röttchen abgehalten werden sollen.

Bei einem Umbau würde in die Pauluskirche eine Zwischendecke eingezogen werden. Im Erdgeschoss könnte dadurch ein Saal und in der ersten Etage Gruppenräume entstehen. Zudem sehen die Pläne noch einen eingeschossigen Anbau auf der jetzigen Freifläche vor, um weitere Räume für Krabbel- und Kindergruppen zu schaffen. Insgesamt stünden dann rund 900 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, 400 mehr, als bisher am Standort vorhanden sind. "Das ist aber auch nötig, denn uns sind ja mehrere andere Räume an der Matthiaskirche und das Gemeindehaus Am Röttchen bisher ersatzlos weggefallen, und wir brauchen Platz für rund 40 verschiedene Gruppen", sagt Kurt Schaaf, Vorsitzender des Presbyteriums.

Das Gremium wird nun für den Kirchenumbau einen Antrag an den Kirchenkreis Düsseldorf richten, der für die Genehmigung zuständig ist, da er sich bei solchen Projekten mit 70 Prozent an den Kosten beteiligt. Der Kirchenkreis wird vor seiner Entscheidung auch die umliegenden Gemeinden befragen, ob so eine Investition in Zeiten, wo sich alle Gemeinden gesundschrumpfen müssen, mitgetragen wird.

"Ich hoffe, dass wir bis Ende des Jahres eine Zustimmung erhalten, um dann die weiteren Schritte in die Wege leiten zu können", sagt Schaaf. Dazu gehören die Detailplanungen, die Ausschreibungen und der Antrag für eine Baugenehmigung.

Während der Bauarbeiten soll das Gemeindeleben im alten Gemeindezentrum fortgesetzt werden können. Was mit diesem später geschehen wird, falls die Kirche umgebaut werden darf, wird ebenfalls der Kirchenkreis entscheiden, dem das Grundstück gehört. "Darauf hätten wir dann keinen Einfluss mehr."

Alternativ das Gemeindehaus statt der Kirche umzubauen, würde schwierig werden. "Aufstocken oder einen großen Neubau errichten würde kaum gehen, da das gesamte Umfeld aus kleinen Einfamilienhäusern besteht, muss die Umgebungshöhe eingehalten werden", sagt Schaaf. Ein Vorteil bei der vorgeschlagenen Lösung sei zudem, dass die Kirche als Baudenkmal erhalten bliebe.

Diese wurde 1952 als erster evangelischer Kirchenneubau in Düsseldorf nach dem Zweiten Weltkrieg eingeweiht. Die Pauluskirche ist damit die ältere der beiden evangelischen Gotteshäuser in Unterrath. Denn die Petruskirche wurde erst 1956 nach Plänen des bekannten Architekten Helmut Hentrich, der unter anderem auch das Drei-Scheiben-Haus entworfen hat, errichtet.

Sie steht unter Denkmalschutz, darf deshalb nur wenig umgestaltet werden, was ihre Nutzungsmöglichkeiten erheblich einschränkt. Demnächst sollen aber die Fenster und die Heizungsanlage der Petruskirche saniert werden. Erst wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Pauluskirche geschlossen und entwidmet.

Quelle: RP
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