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Wersten
Biologe erklärt Kindern gefährliche Pflanzen

Wersten. In der Kinderuni im Botanischen Garten lernen die jungen Teilnehmer unter anderem, dass der blaue Eisenhut mit den üppigen blau-violetten Blüten sehr giftig ist. Von Tino Hermanns

Bilk Joachim Busch hat nach der Geburt seiner Tochter den heimischen Garten durchforstet und einige Pflanzen entsorgt. "Der blaue Eisenhut ist als Zierpflanze mit den üppigen blau-violetten Blüten wunderschön. Aber er gilt als die giftigste Pflanze Europas. Es gibt kein Gegengift, man kann nur die Symptome bekämpfen", erklärt Busch seinen Zuhörern, sechs Kindern zwischen acht und 13 Jahren, die dem promovierten Biologen aufmerksam folgen.

Denn die Symptome treten sofort nach der Vergiftung auf - prickelnde Lippen und eine taube Zunge, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Schon allein die Berührung mit blauem Eisenhut kann zu einem Ausschlag führen. Joachim Busch weiß genau, warum er Eisenhut, Hundspetersilie, Engelstrompete, Herbstzeitlose oder Wasserschierling nicht in seinem Garten duldet.

Damit auch andere von seinem Wissen profitieren, bietet er in der Ferienzeit in der "Kinderuni" an der Heinrich-Heine-Universität regelmäßig Einführungen in den großen Bereich der Giftpflanzen an. Panik verbreitet er ab nicht. "Schon Paracelsus, ein Arzt aus dem 16. Jahrhundert, sagte: ,Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht's'", sagt Busch. "Bestes Beispiel ist der Fingerhut. Bei richtiger Dosierung ist er eine Arznei bei Herzerkrankungen, zu viel davon führt aber zu einer tödlichen Vergiftung."

Kein Wunder also, dass ein Schwerpunkt des Kinderuni-Workshops "Vorsicht Gefahr! - Giftpflanzen" im Apothekergarten des Botanischen Gartens an der Uni abgehalten wurde. "Ich hatte eine ungefähre Vorstellung davon, dass es viele Pflanzen gibt, die giftig sind und dass viele davon am Wegesrand und im Garten wachsen", meint Carlo. "Aber jetzt bin ich schlauer", fügt der 13-Jährige hinzu. Auch weil Carlo und die anderen neuen Giftpflanzenexperten jetzt wissen, dass der berühmte griechische Philosoph Sokrates wegen verderblichen Einflusses auf die Jugend und Missachtung der Götter im Jahr 399 vor Christus zum Tode verurteilt wurde, den Schierlingsbecher austrank und an den Folgen starb.

"Wenn man es darauf anlegt, kann man sich auch mit Kartoffeln, Möhren und Knoblauch vergiften. Aber im Vergleich zu anderen Haushaltsmitteln sind Giftpflanzen harmlos", sagt Busch. "Man sollte trotzdem wissen, dass viele Pflanzen zu Hause tödlich giftig sein können." Die negativen Wirkungen gelten besonders für Baby und Kleinkinder, da dort bereits die kleinste Dosis schlimme Folgen haben können. Deshalb hat Busch ja auch seinen Garten durchforstet und kindgerecht gestaltet.

Quelle: RP
 
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