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Kö-Bogen
Tunnel-Verbindung steht

Die Neuerungen rund um den Kö-Bogen
Die Neuerungen rund um den Kö-Bogen FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Die beiden Tunnel Elberfelder Straße/Berliner Allee sind nun miteinander verbunden. Sie waren aus zwei Richtungen aufeinander zugebaut worden. Die beiden Röhren, die in Teilen unterhalb der Libeskind-Bauten des Kö-Bogens verlaufen, werden künftig den Verkehr Richtung Altstadt fassen. Ein Anschluss ans künftige Parkhaus ist ebenfalls vorbereitet Von Hans Onkelbach

Seit Dienstagmittag sind die Tunnel unterhalb des Kö-Bogens zu einer Röhre vereint: Unterirdisch wurden die Achsen Elberfelder Straße (zwischen Kaufhof Kö und Parkhotel) sowie Berliner Allee miteinander verbunden. Sehr spektakulär durchbrach ein gewaltiger Meißel das letzte Mauerstück.

Die nunmehr im Rohbau fast fertige Röhre nimmt künftig den Verkehr auf, der aus Richtung Berliner Allee zur Heine-Allee/Altstadt fährt. Bereits in wenigen Wochen wird die Verbindung zur zweiten Röhre geschaffen, in der der Verkehr aus Richtung Norden (Kaiserstraße/Weyheallee) zur Altstadt rollen soll. Die unterirdische Verkehrsführung des 1. Bauabschnitts ist dann weitgehend fertig, jedenfalls der Rohbau. Sowohl die Anschlüsse für den Nord-West-Tunnel wie auch die Zufahrten für das Parkhaus des Libeskind-Gebäudes im Kö-Bogen sind bereits angelegt.

Abriss des Tausenfüßlers ungewiss

Das Ganze ist die Verkehrsführung des 1. Bauabschnitts – und ist unabhängig vom 2. Bauabschnitt, der den Verkehr aus Richtung Norden zur Berliner Allee aufnehmen würde – was heute der Tausendfüßler erledigt. Dieser Bauabschnitt soll dann angegangen werden, wenn die NRW-Landesregierung den Abriss des Tausendfüßlers genehmigt. Ob es dazu kommt, ist derzeit – trotz eines Ratsbeschlusses, der für den Abriss stimmte – nicht garantiert, weil es Widerstände von Denkmalschützern gibt. Ein Gutachten, das die Schutzwürdigkeit der Hochstraße beurteilt und den Sinn von eventuellen Sanierungskosten liegt dem zuständigen Minister in großen Teilen vor.

Angeblich gibt es jedoch weiteren Klärungsbedarf, aufgrund dessen die Entscheidung nochmals auf Anfang Juni verschoben wurde – also nach der Landtagswahl am 13. Mai. Kritiker sagen, dies sei ein politisches Manöver des SPD-Ministers Harry Voigtsberger, der seinen Düsseldorfer Genossen im Wahlkampf keine Probleme machen wollte. Die SPD ist gegen den Abriss.

Was von oben wie der Deckel einer Großbaustelle aussieht, ist unter der Erde ein gigantisches Tunnelbauwerk. Die Röhre unter der Elberfelder Straße ist bis zur Rampe neben dem Parkhotel 330 Meter lang, das Teilstück Berliner Allee 150 Meter.

Für die Ingenieure stellten sich unterschiedliche Herausforderungen: Ein Wasserzufluss vom Stadtgraben (auf der Kö) zum Hofgarten muss mit einem speziellen Düker unter den Tunnel gelegt und auf der anderen Seite wieder hochgepumpt werden. Ein meterdickes, altes Abwasserrohr, das derzeit noch quer durch die Baustelle geht, wird demnächst beseitigt und durch ein Neues ersetzt, der Verkehr läuft dort unten dreispurig – zwei Richtung Altstadt und eine in das viergeschossige Parkhaus unter dem Libeskind-Gebäude. Insgesamt wurden im 1. Bauabschnitt 30 000 Kubikmeter Stahlbeton für den Rohbau verwendet, gewaltige Stahlarmierungen sichern die Seitenwände und den Tunneldeckel.

OB Dirk Elbers, der Dienstag sichtlich beeindruckt in der Röhre stand und den Durchbruch beobachtete, sagte: "Für den Bau des Kö-Bogens ist der Tunneldurchbruch ein wichtiger Meilenstein. Damit kommen wir der Verlegung des Verkehrs unter die Oberfläche näher."

(jco/top)
 
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