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Düsseldorf
Unfallrisiko Südring: Zu viel Verkehr, zu viele Richtungen

Düsseldorf: Unfallrisiko Südring: Zu viel Verkehr, zu viele Richtungen
Roman Suthold vom ADAC untersuchte auch die Kreuzung von Völklinger Straße und Südring. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Unter den zehn unfallträchtigsten Kreuzungen Düsseldorfs ist die Bundesstraße gleich dreimal vertreten. Woran liegt das? Ein ADAC-Experte zeigt die größten Probleme vor Ort. Von Oliver Burwig

Eine runde 200: Das ist die Zahl der Unfälle, die sich voriges Jahr allein auf dem Südring ereignet haben. Der katapultierte sich damit laut der polizeilichen Unfallstatistik in der Liste der Straßen, auf denen die meisten Unfälle passieren, weit nach oben. Wir haben mit dem ADAC-Verkehrsexperten Roman Suthold die drei Kreuzungen besucht, an denen es so häufig knallt.

Völklinger Straße 91 der Unfälle auf dem Südring wurden in diesem Kreuzungsbereich registriert. Kein Wunder, sagt Suthold: "Es gibt hier eine Vielzahl von Richtungen, aus denen die Fahrer kommen." Stadtein- und stadtauswärts erhöhten Abbiegespuren das Unfallrisiko, hinzu komme, dass Autofahrer aus Richtung Neuss direkt von der Autobahn auf den Südring kommen und sich erst noch auf die Verkehrssituation in der Stadt anpassen müssen. Hinzu kämen die zahlreichen Lkw - unter ihnen viele Fernfahrer - die den Südring in beide Richtungen nutzen. "Lkw sind in der Stadt immer ein Problem, vor allem, was den toten Winkel angeht", erklärt Suthold. Andererseits: Lkw seien im Vergleich eher unterdurchschnittlich oft an Unfällen im Stadtverkehr beteiligt. "Wenn sie es aber doch einmal sind, dann sind die Unfallfolgen natürlich hoch."

Im Kreuzungsbereich gilt auf dem Südring Tempo 60. Das hätte der ADAC-Experte auf der mehrspurigen Bundesstraße höher erwartet: "Auf so einer Straße könnten locker 70 km/h erlaubt sein." Dies gelte allerdings nur für den Südring selbst, denn Abbiegern in die oder von der Völklinger Straße begegnet noch ein weiterer Risikofaktor: die Straßenbahn. Die ist zwar weitgehend auf eigener Spur unterwegs, könne aber vor allem auswärtige Autofahrer irritieren. "Die Verkehrssituation ist hier sehr komplex und daher höchst problematisch", sagt Suthold. Ganz anders als die Kreuzung mit der Volmerswerther Straße, die nicht zu den Unfallschwerpunkten gehört. Das wundert Sutholt nicht: "Das ist eine klassische Kreuzung." Der Verkehr kommt aus wenigen Richtungen, die Frequenz auf der Volmerswerther Straße ist gering, entsprechend auch der Querverkehr.

Aachener Straße An der nächsten "klassischen" Kreuzung sieht das anders aus. 54 Unfälle gab es hier 2016, und der Experte ahnt schon nach kurzem Blick auf die Verkehrslage, warum: "Linksabbieger in den Südring geraten hier in Konflikt mit den Rechtsabbiegern aus der Aachener Straße." Zusätzliche Gefahrenpunkte: Die Straßenbahn, die mitten auf der Aachener Straße fährt, und die Radfahrer, die mitunter versuchen, sich zwischen parkenden Autos auf der Aachener Straße und der Bahn hindurch zuzwängen.

Münchener Straße Auf dem Südring in Richtung Münchener Straße sieht Roman Suthold eine Unfallursache sofort: Die Abbiegespur nach links, über die Auto- und Lkw-Fahrer auf die stadtauswärts führende Straße kommen, ist sehr kurz und liegt direkt hinter der Kreuzung, Die Trennung der Fahrstreifen sei vor allem problematisch, weil zu Stoßzeiten viele Leute in die Stadt wollen und abbremsende Abbieger im Bereich zwischen Aachener und Münchener Straße zu spät bemerkt werden. "Die moderne Bremsentechnik verleitet manchen Lkw-Fahrer dazu, wie Autofahrer zu fahren", kommentiert Suthold einen von Norden kommender Laster, der auf dem Südring eine Vollbremsung hinlegt, um neben einem Pkw auf die Münchener Straße einzuscheren. Die sich kurz hinter der Tankstelle auffächernden Fahrspuren seien das größte Unfallrisiko dieser Kreuzung. Wie sich dieses Problem lösen ließe, weiß Suthold aber auch nicht: "Ich sehe hier keine Möglichkeit, ohne eine Fahrtrichtung wegzunehmen."

Quelle: RP
 
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