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Duisburg
Frauenrechte müssen verteidigt werden

Duisburg. Zum Frauentag: Die Gleichberechtigung von Frau und Mann ist in vielerorts in der Welt immer noch kein Alltag. Auch in Deutschland war dies vor nicht allzu langer Zeit noch keine Selbstverständlichkeit.

Ein ungläubiges Raunen und Flüstern rauschte durch die voll besetzten Sitzränge im Rathaus. "In manchen Ländern ist der Frauentag ein gesetzlicher Feiertag", sagte Oberbürgermeister Sören Link, als er die Anwesenden begrüßte - zum größten Teil die Damen der Schöpfung. Der Saal war gut gefüllt bei dem Rathaus-Empfang zum Frauentag. Link betonte, dass "wir Frauenrechte verteidigen müssen", auch wenn diese in den vergangenen Jahren bereits erkämpft wurden. Und dass manche Länder diesem Tag immer noch mehr Bedeutung beimessen würden als Deutschland. Zurecht, wie Lars Mückner fand - er ist Richter am Amtsgericht Duisburg und referierte bei der Veranstaltung zu der internationalen Lage der Frauenrechte.

Besonders große Bedeutung hätten Frauen zurzeit auch in der jetzigen Flüchtlingssituation, so Link. "In den Unterkünften sind natürlich auch männliche Ehrenamtliche tätig", sagte er. "Zum größten Teil engagieren sich allerdings Frauen - und ohne sie wäre es nicht möglich, die Lage so zu bewältigen wie jetzt." Dafür erntete er viel Applaus. In seinem Vortrag betonte Lückner anschließend, dass in großen Teilen der Welt Frauen immer noch benachteiligt werden und bei Weitem nicht die selbe Freiheit genießen würden wie Männer - beispielsweise im Iran und in Saudi-Arabien. Jedoch wies er auch darauf hin, dass die Realität im Abendland noch vor rund 50 oder 40 Jahren auch weit von dem heutigen Stand entfernt gewesen sei. "Auch in christlichen Ländern herrschte das Patriarchat", sagt er und zitiert Gesetzespassagen aus dem deutschen Recht, die einige von den anwesenden Frauen im Saal noch aus dem eigenen Leben kennen, da diese nicht allzu weit in der Vergangenheit liegen. So durften Frauen in Deutschland bis 1962 noch kein Bankkonto ohne Erlaubnis des Ehemannes eröffnen.

Der Frauentag wird in Europa seit 1911 begangen. Ursprünglich für die Einführung des Wahlrechts für Frauen ins Leben gerufen, steht der 8. März heute für weit mehr als das: Mit der Zeit würden sich der Weltgemeinschaft immer wieder neue Herausforderungen in puncto Frauenrecht stellen, so Mückner. Auch Doris Feer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, betonte, wie wichtig der Schutz von Frauenrechten in der heutigen Zeit sei. "Auch hier im Saal haben sich Vertreter der rechten Parteien schon mal frauenfeindlich geäußert", sagte sie. Der Frauentag biete eine Gelegenheit, auf die spezielle Lage von Frauen in der ganzen Welt aufmerksam zu machen und auf Missstände hinzuweisen.

(zuew)
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