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Duisburg
Küppersmühle: Schüler interpretieren Kunst

Duisburg. Wo sonst Besucher in aller Ruhe ungestört große Kunst auf sich wirken lassen, herrschte am Mittwochabend aufgeregter Trubel. Rund 400 Schüler von 20 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet waren ins Museum Küppersmühle für moderne Kunst gekommen, um zu erfahren, wer den Evonik Jugendkunstpreis 2015 gewonnen hat. Seit 15 Jahren wird der Preis vergeben, der eine direkte Beziehung zum Museum hat: Animiert durch den Besuch einer Ausstellung machen sich die Schüler daran, sich mit zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen und selbst Kunst zu schaffen. Von Alfons Winterseel

"Die ausgestellte Kunst hat den Schülern den Ball nur zugeworfen, denn es gab keine Kopien der hier gezeigten Werke", freute sich Museumsdirektor Walter Smerling. 200 Schulen hatten sich um eine Teilnahme beworben, per Losverfahren wurden 20 ausgewählt, ihre Arbeiten im Museum am Innenhafen zu zeigen, wo sonst die Werke der renommierten Künstler zu sehen sind, für 14 Tage auf ein gleichwertiges Podest gehoben.

Die Jury - bestehend aus den Künstlern Abraham David Christian, Anthony Cragg, Kuratorin Susanne Kleine (Kunst- und Ausstellungshalle Bonn), Markus Langer (Evonik), Werbe-Experte Coordt von Mannstein, Museumsdirektor Walter Smerling und Sammlerin Sylvia Ströher - entschied, dass der "Blick in den Spiegel" des Deutschhaus-Gymnasiums in Würzburg den ersten Preis verdient hatte (5000 Euro für die Klassenkasse). Auf Platz zwei kam die Gesamt- und Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle mit "Our one world" (2000 Euro), Platz drei gab es für die Realschule Velen/Ramsdorf für "Vor die Wand gefahren" (1000 Euro), das sich wie mehrere der Arbeiten mit der Flüchtlingsthematik künstlerisch auseinandersetzt.

Das Losglück für die Teilnahme traf in der Region auch Schulen aus Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach, Marl, Wiehl und Duisburg. Der Kunstkurs der Europaschule Krupp-Gymnasium widmete sich in seiner Arbeit der informellen Kunst. "Wir hatten komplett freie Hand, was wir machen", erklärt Schüler Julian Brombach. Der Kurs habe sich mit dem Künstler Gerhard Richter und dessen Arbeitstechnik befasst. "Nach dem Besuch der Ausstellung vor fast genau einem Jahr, hatten wir eigentlich alle dieselbe Idee", erinnert sich Mitschüler Tim Kloppenburg.

Nun zu sehen, wie das entstandene Werk im Kunstmuseum eine ganz Wand beherrscht, sorgt für ein beeindruckendes, bei manchem für nachhaltiges Erlebnis, wie Walter Smerling erzählte: Er war in jüngster Zeit auf zwei ehemalige Teilnehmer getroffen, bei denen die Erfahrung des Wettbewerbs die Lust auf ein Kunststudium geweckt hatte.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 28. Februar zu den üblichen Öffnungszeiten.

Quelle: RP
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