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Katastrophe in Duisburg
Loveparade: Hinterbliebene startet Petition

Loveparade in Duisburg: Fünf Jahre nach der Katastrophe
Loveparade in Duisburg: Fünf Jahre nach der Katastrophe FOTO: dpa, rwe fg kno
Duisburg. Eine Mutter eines Todesopfers des Loveparade-Unglücks wehrt sich mit einer Online-Petition gegen den Entschluss des Landgerichts Duisburg, das Strafverfahren gegen Beteiligte der Veranstaltung nicht zuzulassen. Adressat ist vor allem das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Als vor einer Woche das Duisburger Landgericht beschloss, die Eröffnung eines Strafprozesses gegen zehn Beschuldigte abzulehnen, war das für die Hinterbliebene ein Schock. "Als ich die Nachricht bekam, dass der Prozess eingestellt wird, war das für mich, als wäre mein Sohn ein zweites Mal gestorben", sagt Gabi Müller, Mutter von Christian, der im Gedränge der Loveparade 2010 umkam. Die Entscheidung könne sie nicht nachvollziehen. Gabi Müller möchte nun in der Öffentlichkeit mit einer Online-Petiiton einen Appell an die zuständigen Richter in Düsseldorf richten. 

Der Druck auf die Justiz soll mit der Petition erhöht werden, erklären die Opferanwälte. Mit möglichst vielen Unterschriften soll das Oberlandesgericht Düsseldorf darauf aufmerksam gemacht werden, dass nicht nicht nur die Hinterbliebenen, sondern eine größere Öffentlichkeit eine Aufklärung der Katastrophe für angebracht hält, heißt es in einer Presseerklärung. Die Petition läuft im Namen von Gabi Müller. Sie hat jedoch den Rückhalt vieler anderer Hinterbliebener, teilte auf Anfrage die Kanzlei baum reiter & collegen mit. Die Kanzlei vertritt über 100 Opfer, darunter Hinterbliebene von vier Todesfällen.

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Gegen die Entscheidung des Landgerichts Duisburg hatte die Staatsanwaltschaft und die Opfer-Anwälte Bewerde eingelegt. Über diese muss nun das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden. Wie Montag bekannt wurde, wird vorher die Generalstaatsanwaltschaft sich mit dem Fall befassen. Erst wenn sich die Generalstaatsanwaltschaft der Beschwerde anschließt, gehen die Akten an das Oberlandesgericht Düsseldorf zur Entscheidung. "Dieser Ablauf entspricht der üblichen Verfahrensweise in vergleichbaren Beschwerdeverfahren", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Duisburg, Anna Christiana Weiler am Montag.

Hier geht es zur Petition.

Fotos: Gedenkfeier zum fünften Jahrestag der Katastrophe FOTO: dpa, mku kno

 

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